Görlitz behält Gemälde
Görlitz behält ein bedeutendes Gemälde. Es bleibt trotz Restitution in der Sammlung des Schlesischen Museums . Das Bild „Aechma fasciata mit Jahrhunderthalle“ wurde mit finanzieller Hilfe des Bundes, der Kulturstiftung der Länder und des Freistaates Sachsen erworben. Das Bild stammt von Oskar Moll, einem herausragenden Repräsentanten der Breslauer Moderne. Er wurde von den Nazis als „entarteter Künstler“ diffamiert.
Mit den Erben des früheren Eigentümers sei „eine sehr gute Lösung“ gefunden worden, damit das Kunstwerk der Öffentlichkeit zugänglich bleibe, so der Generalsekretär der Länder-Kulturstiftung, Markus Hilgert. Das Bild gehörte dem jüdischen Kunstsammler Otto Wachenheim.
Im Jahr 2000 erwarb das Görlitzer Museum das Gemälde, nachdem es im Kunsthandel auftauchte. 2009 wurde es in der Datenbank „Lost Art“ eingestellt. Die Anwältin der Erbengemeinschaft dankte für die Aufklärung. Die Restitution bedeute den Nachfahren auch deshalb so viel, weil damit das Unrecht, das ihr Großonkel und Urgroßonkel in der NS-Zeit erleiden musste, nicht nur anerkannt, sondern zumindest auch ein Stück weit „wiedergutgemacht“ werde.
Moll sei „ein herausragender Vertreter“ der „Breslauer Moderne“, der die Entwicklung der schlesischen Kunst in der Zwischenkriegszeit prägte, gewesen, sagte Museumsdirektorin Agnieszka Gąsior. Moll studierte in München und Berlin unter anderem bei Lovis Corinth und war in Paris Schüler von Henri Matisse. Nach Schließung der Akademie in Breslau ging er nach Düsseldorf. (dpa)