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Görlitz feiert Etappensieg

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Einige hundert Görlitzer sind heute der Einladung der IG Metall zu einem Dankeschön-Fest auf den Marienplatz gefolgt. Einwohner hatten sich in den vergangenen Monaten für den Erhalt der Arbeitsplätze im Siemens-Turbinenwerk und bei Bombardier in Görlitz eingesetzt. Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege warnte unterdessen vor einem Ausbluten des Bombardier-Werkes. Es gebe keinen Grund zum Feiern, sagte der OB.  Er war selbst viele Jahre in leitenden Positionen bei Bombardier, so auch Werkleiter in Görlitz. In Görlitz sollen nur noch Wagenkästen gebaut werden. Der Innenausbau sei nach Bautzen abgezogen worden. "Wir sehen gerade, wie 160 Jahre Waggonbaugeschichte zerstört wird. Da bin ich nicht Willens zu feiern. Kämpfen ist angesagt", so der OB.Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisierte die Bombardier-Führung als „ziellos, ohne gesunden Blick auf die Realität“. Nötig sei ein Management, das nach vorne gehen will.Etwas besser sieht es im Görlitzer Siemens-Turbinenwerk aus. Eine Schließung wurde abgewendet. Die Dampfturbinenbauer sollene ine führende Rolle im Konzern bekommen. Doch weiter ist unklar, mit wie viel Beschäftigten.  Zu einem möglichen Stellenabbau hüllt sich das Management in Schweigen.Im Görlitzer Bombardierwerk sind derzeit rund 1.300  Beschäftigte tätig. "Im schlimmsten Fall werden es künftig nur noch 800 sein", so Betriebsratsvorsitzender René Straube. Er fordert eine Standortsicherheit von mindestens zehn Jahren.Gefeiert wird heute  ein Etappensieg. Das Fest  hier auf dem Marienplatz klingt mit einer Podiumsdiskussion aus. Um 18 Uhr wollen u.a. DGB-Chef Reiner Hoffmann und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig mit den Görlitzern über die Zukunft von der Stadt und über den Strukturwandel in der Lausitz streiten.

 

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Reporter Knut-Michael Kunoth