Filmakademie und Brücke - Görlitz will hoch hinaus
Görlitz hat sich hochgesteckte Projekte für das neue Jahrzehnt vorgenommen. Sie reichen von einem Innovations-Campus zur Erforschung von Wasserstofftechnologien über eine neue Neiße-Brücke bis zu einer Filmakademie. Die Vorhaben wurden gestern Abend auf dem Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters vorgestellt.
Filmakademie für Görlitz
Die über 300 Gäste wurden mit einem Strauß von Projekten überrascht. Stefan Arndt, Geschäftsführer von „Xfilme“ und Produzent von „Babylon Berlin“, schwebt eine Filmakademie in Görlitz vor. Als Ort könnte er sich das Kaufhaus vorstellen. Arndt will außerdem 2021 eine Filmserie in Görlitz drehen.
Neue Autobrücke über die Neiße
Im Norden von Görlitz soll in diesem Jahrzehnt eine zweite Autobrücke über die Neiße errichtet werden, und zwar im Königshufen. Sie könnte an die Schlesische Straße angebunden werden und so die Gewerberinge miteinander verbinden. Zustimmung finden die Görlitzer in Zgorzelec. „Wir sollen Brücken bauen und keine Zäune“, sagte Bürgermeister Rafal Gronicz.
Parkdeck unter dem Wilhelmsplatz
Unter dem Wilhelmsplatz soll ein Parkdeck entstehen. Ähnliche Pläne gab es schon vor 25 Jahren. Dort könnten verschiedene Mobilitätsvarianten angeboten werden, wie z.B. Car-Sharing. Damit soll die Innenstadt vom Verkehr entlastet werden, so Bürgermeister Michael Wieler.
Fernwärmeleitung über die Neiße
Görlitz und Zgorzelec wollen auch eine klimaneutrale Stadt werden. In fünf Schritten könnte das bis 2030 gelingen. So soll zunächst eine zweieinhalb Kilometer lange Fernwärmeleitung von Görlitz-Königshufen zum Heizwerk in Zgorzelec gelegt und die die dort noch kohlebetriebene Anlage auf erneuerbare Energien umgerüstet werden, so Stadtwerke-Chef Matthias Block. Zgorzelec und Görlitz könnten dann mit klimaneutraler Wärme versorgt werden. In weiteren Schritten sollen die Kraftwerke in den Görlitzer Stadtteilen Weinhübel und Rauschwalde umgerüstet werden. Ab 2030 könnten so 30.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Das Projekte hätte Vorbild- und Pilotcharakter, so Block. Allein kann die Europastadt Görlitz-Zgorzelec das Vorhaben aber nicht umsetzen. „Wir brauchen die Unterstützung beider Länder und der EU“, sagte Block. Das gilt auch für die anderen Vorhaben der Stadt.