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Görlitzer Haftrichter erfüllt Wunsch von Sparkassenräuber

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Der Sparkassenräuber von Görlitz-Königshufen sitzt wieder hinter Schloss und Riegel. Der obdachlose Pole wirkte erleichtert, als er gestern den Haftbefehl verkündet bekam. Und er nickte dem Richter zufrieden zu. Schließlich durfte er wieder zurück in die JVA Görlitz.

Slawomir B. hat schon seit Jahren keinen festen Wohnsitz mehr. Der Pole übernachtete in leerstehenden Häusern oder in Industriebrachen. Vor vier Monaten wurde der Kleinkriminelle in Deutschland festgenommen. Er hatte u. a. Diebstähle (ein Knacker, eine Flasche Ouzo...) und Sachbeschädigungen begangen. Bis zu seinem Prozess vor einer Woche saß er in Untersuchungshaft in der JVA Görlitz. Dort bekam er dreimal täglich eine Mahlzeit, durfte Fernsehen schauen und andere Freizeitangebote nutzen.

Der 42-Jährige hatte sich auf einen längeren Aufenthalt in Staatspension am Görlitzer Postplatz eingerichtet. Doch ein Görlitzer Amtsrichter machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Er verurteilte ihn zwar zu einer Freiheitsstrafe, setzte die Strafe aber zur Bewährung aus. Verärgert verließ Slawomir das Gericht.

Am vergangenen Freitag lief er mit einer abgebrochenen Bierflasche in die Sparkassenfiliale Görlitz-Königshufen. Er forderte Geld und bekam einen hohen vierstelligen Betrag. Einen Tag später sprach er – völlig durchnässt – eine Polizeistreife an und stammelte: „Nehmt mich fest!“. Er gestand den Überfall. Gestern wurde er dem Haftrichter vorgeführt. Diesmal geriet er an den richtigen Richter. Der erfüllte ihm den Wunsch – und erließ Haftbefehl. Mit einem freundlichen Nicken verabschiedete sich der 42-Jährige und ließ sich bereitwillig abführen.

Nur wo die Beute geblieben ist, das verriet der Obdachlose weder seinen Vernehmern noch dem Haftrichter. Er will sie angeblich auf der Flucht verloren haben. Das aber glauben ihm die Ermittler nicht.