Görlitzer Kunstwerk „Kulisse“ muss beseitigt werden
Görlitz darf das umstrittene Kunstwerk „Kulisse“ der Dresdner Künstlerin Lisa Maria Baier kostenpflichtig beseitigen. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hat die Beschwerde der Künstlerin zurückgewiesen. Zuvor schon das Verwaltungsgericht Dresden ihren Antrag abgelehnt. Görlitz darf daher das Kunstwerk abbauen. Das Kunstobjekt sollte bis Ende Juni 2022 auf dem südlichen Vorplatz der Stadthalle stehen. Doch die Stadt hat den Vertrag im Juli fristlos gekündigt und den Abbau des Kunstwerks angekündigt, weil das tatsächlich ausgestellte Kunstwerk nicht dem prämierten Kunstobjekt entspreche. Inhalt des ursprünglichen Wettbewerbsbeitrags sei Görlitz als internationaler Drehort. Das tatsächliche Kunstwerk habe hingegen das Thema Frauenrechte und Abtreibung in Polen zum Gegenstand.
Nach Auffassung des zuständigen Senats hatte Baier das Recht, ihr von einer Jury ausgewähltes Kunstwerk öffentlich auszustellen. Die tatsächliche Installation entspreche nicht dem prämierten Beitrag, für dessen Aufstellung fehle es an der nötigen Sondernutzungserlaubnis, begründeten die Richter ihren Beschluss, der den Angaben nach unanfechtbar ist.
Das Kunstwerk, das die Debatte um Abtreibung im Nachbarland Polen thematisiert, sorgt seit Wochen für Konflikt in der sächsischen Grenzstadt. Aus Sicht der Stadt steht es im Widerspruch zu dem im „Görlitzer Art“-Wettbewerb prämierten Kunstobjekt. Sie hatte den Vertrag mit Baier fristlos gekündigt und die Demontage der Installation angekündigt. „Kulisse“ habe ursprünglich Görlitz als internationalen Drehort zum Thema gehabt und nun das Thema Frauenrechte und Abtreibung in Polen zum Gegenstand, hieß es.