Görlitzer Landrat zieht Bilanz: Es war eine geile Zeit
Der scheidende Görlitzer Landrat Bernd Lange zieht heute im Kreistag Bilanz. Er würde es wieder tun. Es sei eine geile Zeit gewesen, sagte der 66-Jährige im Interview mit unserem Sender. Selbstkritisch bilanzierte er: Er hätte noch mehr darauf drängen müssen, dass die kommunale Ebene beachtet werde, was auch eine auskömmliche Finanzierung einschließe.
Dem Kreistag gab Lange mit auf den Weg, weiter am „Wir-Gefühl“ zu arbeiten. Das sei noch nicht geschafft. Es gehe um das Ganze, nicht nur um Weißwasser, Görlitz oder Zittau. Als Beispiel nannte er die Diskussion zur Zukunft des Theaters.Da habe der Kreistag noch Arbeit zu leisten. „Wir müssen alle mitnehmen, dürfen keinen vernachlässigen und sollten dabei die Probleme des anderen sehen“ so der CDU-Politiker.
Bürokratismus, Eifersüchteleien und Bedenkenträger
Kritisch äußerte sich zum Vorgehen beim Strukturwandel. Es fehle die Risikobereitschaft. „Wir wollen immer perfekt sein, Aber wir müssen losmarschieren und nicht immer alles bis zum letzten Detail klären. Das können wir aus 1990 lernen.“ Es gebe Bürokratismus, Eifersüchteleien und Bedenkenträger. Lange wurde 1990 zum Bürgermeister in Rothenburg gewählt. Elf Jahre leitete er die Verwaltung in seiner Heimatstadt. Danach wurde er Landrat.
Im Kleinbus durch Amerika
Der Nachwende-Kommunalpolitiker der ersten Stunde geht Anfang September in Pension. Als Rentner will er erst einmal für ein halbes Jahr vom Radarschirm verschwinden. Er hat sich einen gebrauchten Kleinbus gekauft. Damit wollen er und seine Frau durch Amerika touren - von Halifax in Kanada bis Feuerland in Argentinien.