Görlitzer Mordprozess geht ohne die Angeklagte weiter
Der Görlitzer Mordprozess geht weiter – aber ohne die Angeklagte. Die 24-Jährige leidet an einem akuten Leberversagen. Sie ist weder transport- noch verhandlungsfähig. Weil sie die Therapie vor zwei Wochen gegen ärztlichen Rat selbst abgebrochen hatte, ging der Vorsitzende Richter Theo Dahm davon aus, dass sie damit ihre Verhandlungsfähigkeit ernsthaft gefährdete. Sie und ihr zehn Jahre älterer Ex-Partner sollen einen 24-jährigen Nieskyer aus Heimtücke und Habgier ermordet haben.
Als einen weiteren Grund dafür, dass der Prozess auch ohne die Angeklagte fortgesetzt werden kann, sieht das Gericht den Umstand, dass die Beweisaufnahme schon weit fortgeschritten ist. Es sollen noch zwei Zeugen gehört werden und ein Sachversändiger. Dann können Staatsanwalt, Nebenklägervertreter und Verteidiger ihre Schlussworte halten. Heute wurde nur ein Spurengutachten verlesen.
Der Prozess wird am 15. November fortgesetzt. Weitere Termine werden benötigt. Wann das Urteil fällt, steht noch nicht fest.