Görlitzer OB will Millionen für Fernwärmeprojekt
Görlitz will weitere Millionen. Nachdem sich die Stadt aus dem Fonds der „Kohle-Millionen“ Geld für neue Straßenbahnen gesichert hat, geht es nun um das Projekt der gemeinsamen Fernwärmeversorgung mit Zgorzelec. Oberbürgermeister Octavian Ursu hat die Fühler nach Brüssel ausgestreckt. In Kürze will er mit der EU-Kommission sprechen. Der OB schätzt den Kostenumfang auf 80 bis 100 Millionen Euro. Es hänge vom Verhandlungsgeschick ab, wie viel Geld die Stadt bekomme, so Ursu im Interview mit unserem Sender..
Görlitz und Zgorzelec wollen bis 2030 eine gemeinsame klimaneutrale Fernwärmeversorgung aufbauen. Es wäre ein grenzüberschreitendes Pilotprojekt in Europa.Die beiden Netze sollen verbunden werden. Eine entsprechende Absichtserklärung hatten die Bürgermeister Ursu und Gronicz im Sommer 2020 unterzeichnet. Die beiden Städte wollen das Ziel in zwei großen Schritten erreichen.
Fernwärmeleitung von Görlitz nach Zgorzelec
So soll bis 2022 das Kohle-Heizwerk in Zgorzelec zunächst auf Erdgas und bis 2030 auf Biomasse umgestellt werden. In der zweiten Phase ab 2023 ist der Bau einer zweieinhalb Kilometer langen Fernwärmeleitung von Görlitz-Königshufen nach Zgorzelec geplant. Sie soll entweder über oder unter der Neiße verlaufen, sagte uns der Zgorzelecer Bürgermeister Rafal Gronicz.
57.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen
In der Endausbaustufe wird der Stadtteil Königshufen zum überwiegenden Teil seine Fernwärme aus Zgorzelec bekommen. Weiterhin ist geplant, die Kraftwerke in den Görlitzer Stadtteilen Weinhübel und Rauschwalde umzurüsten. Ab 2030 könnten so 57.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Görlitz und Zgorzelec wären klimaneutral.