Gute Temperaturen für Zerkarien im Berzdorfer See
Im Berzdorfer See haben sich Zerkarien ausgebreitet, das teilte jetzt das Gesundheitsamt Görlitz mit. Bei Facebook hatten Betroffene über Ausschlag nach dem Baden berichtet. Zerkarien sind kleine Saugwürmer, die unter anderem Hautirritationen wie Quaddeln und Juckreiz hervorrufen können. Nur wenige Menschen reagieren schwer allergisch. Sollten die Beschwerden schlimmer werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Nach etwa zehn Tagen sollten die Beschwerden vorüber sein.Das Gesundheitsamt rät, Uferzonen zu meiden und die Badebekleidung nach dem Baden abzulegen und den Körper grundlich abzutrocknen. In Naturbadeseen sind Zerkarien keine Seltenheit. Durch die anhaltend warmen Temperaturen sind sie dieses Jahr etwas früher dran. Zerkarien kommen besonders dort vor, wo viele Wasservögel und Wasserschnecken leben. Sie dienen den kleinen Würmen als Wirt.Wie uns eine Sprecherin des Gesundheitsamtes auf Nachfrage mitteilte, wurden schon vergangenen Mittwoch Warnhinweise an den Badestellen ausgehängt.Die qualität des Wassers sei dadurch nicht beeinträchtigt heißt es weiter.Ein Auszug aus der Pressemittleiung:Vorkommen von Zerkarien im Berzdorfer See Das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz informiert über das Vorkommen von Zerkarien im Berzdorfer See. Bei langanhaltenden Schönwetterperioden und Wassertemperaturen von über 20 Grad Celsius kann gelegentlich bei Badenden in Naturbadegewässern eine Badedermatitis auftreten. Die Erreger dieser ungefährlichen, jedoch eher unangenehmen Hautreaktion sind Saugwürmer, sogenannte Zerkarien. Diese können sich nur dort entwickeln, wo genügend Wasserschnecken (Zwischenwirte) und Wasservögel (Endwirte) vorkommen. Aufgrund des komplizierten Entwicklungszyklus ist eine Vorhersage oder "Messung" eines gehäuften Zerkarienbefalls nicht möglich. Da sie aufgrund ihrer geringen Größe nicht mit bloßem Auge zu erkennen sind, fällt ein vermehrtes Auftreten der Zerkarien im Gewässer erst auf, wenn bereits Fälle von Badedermatitis auftreten. Nachdem die Zerkarien in der Haut abgestorben sind, kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Diese äußern sich durch Quaddel- oder Bläschenbildung mit heftigen Juckreiz. Die Anzeichen ähneln Mückenstichen. Die Symptome bleiben drei bis vier Tage bestehen und sollten nach etwa zehn Tagen abgeklungen sein. Ein Verschlucken der Zerkarien führt nicht zu einer Erkrankung, auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Die Wasserqualität des Badegewässers ist dadurch nicht beeinträchtigt. Als Maßnahmen zur Vorbeugung werden empfohlen, den Aufenthalt im Bereichen mit Wasserpflanzenbewuchs - Uferzonen - sowie des Flachwasserbereiches zu vermeiden und Enten und andere Wasservögel nicht zu füttern. Darüber hinaus sollte die Badebekleidung nach dem Baden abgelegt werden und der Körper kräftig mit einem Badetuch abgerieben werden, um somit die Zerkarien auf der Haut erheblich zu reduzieren. Treten nach dem Badebesuch in Naturbadegewässern typische mückenstichähnliche Hautreaktionen auf, sollte zur Linderung eine lokale Anwendung mit entzündungs- und juckreizhemmende Mitteln, wie u.a. Lotionen und Salben erfolgen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Art und Ausprägung des Ausschlages sollte ein Arzt aufgesucht werden.