Handwerk im Kreis Görlitz beklagt schlechte Sicherheitslage
Fast 60 Prozent der Handwerksbetriebe im Kreis Görlitz schätzen ihre Sicherheitslage als schlecht und sehr schlecht ein. Sorge bereiten ihnen vor allem Diebstähle und Einbrüche. Das geht aus einer Befragung von Handwerkskammer, Landkreis und Polizei hervor, die heute in Rothenburg vorgestellt wurde.. Knapp 800 Betriebe hatten sich daran beteiligt – davon jeder zweite aus der unmittelbaren Grenzregion.
Bei fast zwei Dritteln der Handwerksbetriebe im Kreis Görlitz wurde in den vergangenen fünf Jahren schon einmal eingebrochen. Dabei entstand ein Schaden von fast fünf Millionen Euro. So sieht fast jeder vierte Befragte die Kriminalität als bedrohlichen Standortfaktor. Für acht Prozent sind Einbrüche und Diebstähle sogar existenzbedrohend.
Schlechte Noten erhielt die Polizei. 26 Prozent vergaben eine Vier, und fast sechs Prozent eine Fünf. Mehr als jeder vierte Handwerker wünscht sich eine verstärkte Polizeiarbeit und jeder fünfte Grenzkontrollen. Die Polizei müsse mehr Präsenz zeigen – vor allem nachts.
Jeder Dritte will seine Firmen und Fahrzeuge besser schützen, z.B. mit Alarmanlagen, Sicherheitsschlössern, Wegfahrsperren und Überwachungskameras. Dabei müssten die Betriebe unterstützt werden – durch ein staatliches Förderprogramm, forderte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, Andreas Brzezinski auf einer Sicherheitskonferenz in Rothenburg.
Eine offensive Präventionsarbeit kündigte der Görlitzer Polizeipräsident Conny Stiehl an. Handwerker sollen gezielt angesprochen und beraten werden. Der Görlitzer Landrat Bernd Lange ermunterte die Unternehmer auf, auch ihre Forderung unüberhörbar kundzutun. Er vermisse manchmal den öffentlichen Aufschrei, so z.B. wenn es um die Videoüberwachung geht.
Die drei Partner der Befragung wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen. - in einer Allianz für Kriminalprävention. Die Ergebnisse der Umfrage werden im kommenden Jahr an regionalen Sicherheitsstammtischen vorgestellt und diskutiert – am 26. Januar in Weißwasser, am 9. März in Niesky und am 18. Mai in Löbau.