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Haus angezündet - Baggerfahrer aus Boxberg gesteht

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„Es war eine Verzweif­lungstat – ich wollte nicht mehr länger leben“ – mit diesen Worten hat ein Bagger­fahrer aus Boxberg heute vor dem Landge­richt Görlitz ein umfas­sendes Geständnis abgelegt. Der verschul­dete Mann hatte im Dezember 2014 sein Haus im Ortsteil Kringels­dorf angezündet. Dem 44-Jährigen werden schwere Brand­stif­tung und vorsätz­li­cher Bankrott vorge­worfen. Außerdem soll er eine Propan­gas­fla­sche aufge­dreht haben. Nur durch einen Zufall sei sie nicht explo­diert, so die Staats­an­walt­schaft.

Für den Vater vierer Kinder von drei Frauen ging es seit der Schei­dung 2009 bergab. Er konnte die Unter­halts­for­de­rungen bald nicht mehr beglei­chen. Ein Jahr später verlor er seine Arbeit als Kraft­fahrer – nachdem Vorwürfe aufge­taucht waren, er habe gestohlen und schwarz­ge­ar­beitet. Die drei Frauen hätten sich gegen ihn verbündet, klagte der Angeklagte. Er nahm eine Arbeit bei einer Bautzener Baufirma an, warf 2012 aber hin, nachdem sein Konto gepfändet worden war. Fortan lebte er in einem Wohnwagen, hielt sich mit Flaschen­sam­meln über Wasser. Seine geschie­dene Frau wollte das Häuschen seiner Eltern in Boxberg zwangs­ver­stei­gern lassen. Da sei das Fass überge­laufen.

Der Angeklagte trank sich Mut an, zapfte Öl aus der Heizan­lage im Haus, verkippte es überall im Gebäude und zündete es an. „Ich habe keinen Sinn mehr gesehen, wollte mir das Leben nehmen, andere Menschen aber nicht gefähr­den“, gestand er. Während des Brandes bekam er Panik. Er rannte weg in ein Waldstück, schlief dort seinen Rausch aus. Dann habe er sich der Polizei stellen wollen. Wachschutz­leute griffen ihn auf dem Reich­walder Tagebau­ge­lände auf.

Inzwi­schen hat der Boxberger einen Job als Bagger­fahrer in Dresden gefunden. „Ich möchte mein Leben wieder auf die Reihe bekom­men“, beteu­erte er im Verhand­lungs­saal. Die Schulden stottere er ab.

Der Prozess wird fortge­setzt.