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Heckenschütze von Bischofswerda bleibt in Psychiatrie

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Der Heckenschütze von Bischofswerda  bleibt in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das Landgericht in Bautzen ordnete die Unterbringung des 42-Jährigen an. Er sei schuldunfähig, so die Begründung. Weitere oder intensivere Taten könnten nicht ausgeschlossen werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Heckenschütze hatte die Taten gestanden. Er habe sich durch  Autokolonnen schikaniert gefühlt, erklärte der 42-Jährige heute zu Prozessbeginn vor dem Landgericht in Bautzen. Die Schüsse auf 17 Autofahrer in Bischofswerda und eine Autofahrerin in Herrnhut bezeichnete er als "Akt der Selbstverteidigung". 

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte ann paranoider Schizophrenie leidet. Sie fordert die Unterbringung in der Psychiatrie. "Der Angeklagte ist allgemeingefährlich. Von ihm sind weitere erhebliche Taten zu erwarten, so Oberstaatsanwältin Kerstin Nowotny. Aufgabe des Gerichts ist es, sich davon zu überzeugen, ob der Angeeklagte tatsächlich schuldunfähig ist.

Der Angeklagte ließ sich wortreich auf seine Taten ein.  Er sah sich - wie er selbst sagte - als Kleinstadt-Sheriff. Er wollte etwas gegen das "abnormale Verkehrsaufkommen" in seiner Stadt unternehmen. In den Autofahrerkolonnen vermutete er Demonstrationen, "die aufgelöst werden müssen". Dabei stellte er sich auch als persönlich Betroffener da. "Die Autofahrer wollten mich fertigmachen. Sie fuhren absichtlich durch meine Straße, drehten endlos Runden, wollten mir den Tag verderben“, schimpfte er.

Eines Tages kaufte er sich eine CO2-Pistole und legte sich an verschiedenen Stellen in Bischofswerda auf die Lauer,  so z.B. am Napoleonblick an der B98 und an einer ehemaligen Eisenbahbrücke an der S 111 und feuerte auf insgesamt 17 Autos. Die Insassen kamen mit Schrecken davon. Anders in Herrnhut. Während eines Besuchs bei seinen Eltern zielte er am Zinzendorfplatz auf einen Pkw Die Fahrerin wurde durch Glassplitter verletzt.

Der Prozess wird fortgesetzt.