Heckenschütze von Bischofswerda gefasst - in Psychiatrie eingewiesen
Autofahrer in Bischofswerda können aufatmen. Der Heckenschütze sitzt seit heute Nachmittag hinter Schloss und Riegel. Der Haftrichter ordnete die Unterbringung des 42-Jährigen in der Psychiatrie an. Er habe ein umfangreiches Geständnis abgelegt, so die Staatsanwaltschaft. Der Mann soll mindestens 20 Autofahrer in und um Bischofswerda beschossen haben. In der Wohnung des Bischofswerdaers wurden drei Gasdruckwaffen - ein Gewehr mit Zielfernrohr und zwei Pistolen - sichergestellt, außerdem Stahlkugeln mit 4,5 Millimetern Durchmesser. Reste eines dieser Projektile fanden Kriminaltechniker an einem der beschossenen Autos. Ermittelt wird wegen versuchten Totschlags. "Ich fühle mich von Autos bedroht"Der Schütze feuerte offenbar wahllos auf vorbeifahrende Pkw. Er fühle sich von Autos bedroht, sagte er den Vernehmern. Der Heckenschütze feuerte von drei Orten. Er postierte sich an der B 98 am Goldbacher Berges , an der S 111 am Ortsausgang Bischofswerda am Löwenberg und an der Neustädter Straße. Auf sein Konto geht möglicherweise auch der Beschuss eines Autos in Herrnhut am 1. August.Polizei bedankt sich für Hinweise aus der BevölkerungDie Polizei suchte in den vergangenen Tagen mit einem Großaufgebot nach dem Täter. Zahlreiche Bürgerhinweise gingen ein. Dadurch konnten die Ermittler Puzzle für Puzzle zusammenfügen. Gestern Nachmittag wurde der Schütze am Löwenberg gefasst. Eine Autofahrerin hatte gesehen, wie ein Mann Äste und Baumstämme auf die S 111 warf. Sie rief die Polizei. Eine halbe Stunde später klickten die Handschellen.Kriminalistische KleinarbeitDie Ermittlungen gehen weiter. "Nun gilt es, die geschehenen Taten aufzuarbeiten und beweissicher dem Tatverdächtigen zuzuordnen", so Polizeisprecher Thomas Knaup.