Hehler-Prozess in Görlitz
Ein Pärchen muss sich seit heute wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vor dem Landgericht Görlitz verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten rund 50 Taten vor. Sie sollen gestohlene und durch Betrug erschwindelte Waren über ihren An- und Verkauf-Laden in Görlitz vor allem über das Internet weiter veräußert und insgesamt 11.000 Euro Gewinn eingestrichen haben. Die kriminellen Geschäfte sollen über den Lebenspartner der Inhaberin gelaufen sein. Sie wußte angeblich nichts davon.
Diebe, Betrüger und Einbrücher müssen sich fast die Klinke in die Hand gegeben haben. Sie brachten Schmuck, Uhren, Spielzeug, Motorradersatzteile, Werkzeuge – Waren, ergaunert bei Versandhäusern, gestohlen in Wohnhäusern und Gartenlauben in Görlitz. Darunter war auch ein Koffer mit DDR-Münzen im Wert von fast 9.000 Euro, den der Trödelladen-Angestellte für 1.500 Euro weiterverkauft haben soll.
Ein Angebot des Richters, bei umfassendem Geständnis eine Bewährungsstrafe zu erhalten, lehnte der Verteidiger des Angeklagten ab – mit Blick auf drei weitere Verfahren. Dabei geht es u.a. um den Verdacht der Steuerhinterziehung. Der Prozess wird nun mit der Beweisaufnahme fortgesetzt. Der Staatsanwalt schüttelte verständnislos den Kopf. Zum Angeklagten sagte er: „Sie laufen jetzt Gefahr, dass Sie in den Knast müssen!“.
Dagegen kann die An- und Verkauf-Inhaberin mit der Einstellung des Verfahrens rechnen. Sie erklärte, dass sie durch eine schwere Erkrankung längere Zeit nicht im Laden war und von den Umtrieben ihres Partners nichts gewußt habe. Zugleich räumte sie ein, ihr Geschäft vernachlässigt zu haben.
Der Prozess wird fortgesetzt.