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Hilfeschrei am Tresen: „Die Luft wird dünn“

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Lange Gesichter bei den Gastronomen!  Sie haben nichts von den angekündigten Corona-Lockerungen. Ob Kneipenwirt, Café-Besitzer oder Bar-Betreiber – sie müssen auch in den nächsten zwei Wochen ihre Lokale geschlossen halten.

Matthias Schulze ist enttäuscht. Der Betreiber des „Thürmchen“ in Schirgiswalde hatte gehofft, dass er seine Gaststätte am kommenden Montag wieder öffnen darf. Noch zwei Wochen keine Gäste – es wird eng. „Das Konto wird immer kleiner. Und die Kosten laufen immer weiter“, klagt er.

Auch für Marion Müller vom Landgasthof Medewitz wird die Luft langsam dünn. „Wenn es noch einen Monat so geht, komme ich an meine Grenzen“.

Die Gastronomen haben eine Soforthilfe vom Staat bekommen – je nach Mitarbeiterzahl 9.000 oder 15.000 Euro. Ein Polster, aber nur für kurze Zeit, findet auch der Inhaber des Görlitzer Ratscafes, Christoph Zschornack. Er fragt sich: Wie komme ich über das Jahr? „Die Steuern laufen ja weiter“.

Die nächsten zwei Wochen bleiben Cafes und Gaststätten weiter zu. Dann müsse es aber endlich eine Lockerung geben, hofft Franke Haase vom Bautzener Haseneck. „Es muss wieder losgehen!“,

Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter wollen morgen vor dem Sächsischen Landtag ein Protestzeichen setzen: Sie stellen über 1100 leere Stühle und Tische auf. An Ministerpräsident Michael Kretschmer wollen sie einen Brief übergeben.  Darin machen mehr als 530 Unternehmer auf ihr nahendes Aus aufmerksam. „Die Branche trifft es besonders hart“, sagte Axel Klein, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes. Die Dehoga fordert ein Rettungspaket. Sie fordert u.a. eine Absenkung der Mehrwertsteuer.

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Reporter Knut-Michael Kunoth