Hochstapler aus Großpostwitz akzeptiert Gefängnisurteil nicht
Ein Hochstapler und Betrüger aus Großpostwitz will nicht ins Gefängnis. Sein Anwalt hat Berufung angekündigt. Auch die Staatsanwaltschaft legte Rechtsmittel ein. Damit wird der Fall am Landgericht verhandelt. Das Amtsgericht Bautzen hatte den Großpostwitzer vor gut einer Woche zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte sich angeblich als krebskrank im Endstadium auf Palliativstationen von Kliniken, zum Beispiel in Weißwasser und Mainz, einweisen lassen. Er gab sich als Doktor, Betreuer und Richter aus. Sot kam er nicht nur an Opiate, um seine Drogensucht zu befriedigen. Er hatte auch für ein paar Wochen eine gute Rund-um-Versorgung auf Kosten der Krankenkassen, so Amtsrichter Dirk Hertle. Er habe nach Anerkennung gestrebt und sie damit erhalten.
Der Verteidiger hatte Freispruch für den 41-Jährige gefordert. Sein Mandant habe nicht anders gekonnt, er sei krank und könne deshalb nicht bestraft werden.
Der Gutachter attestierte dem Großpostwitzer eine Persönlichkeitsstörung, Für den Psychiater ergab sich das Bild „eines präzisen und gewissenhaften, möglicherweise überdurchschnittlich intelligenten Menschen“. Fazit: Der Angeklagte sei stark drogensüchtig, aber nicht psychisch krank.