Hochwasserlage in der Niederlausitz weiter zugespitzt - 2.500 Bewohner von Elsterwerda werden evakuiert
Große Teile der Innenstadt von Elsterwerda werden evakuiert. Rund 2.500 Menschen sind betroffen. Die Deiche der Schwarzen Elster drohen zu brechen. Patienten eines Klinikums werden auf andere Häuser in der Umgebung verteilt. Auch in Bad Liebenwerda bedroht das steigende Wasser der Schwarzen Elster die Innenstadt. Hier ist ebenso mit einer Evakuierung zu rechnen. Die Vorbereitungen dafür laufen seit Stunden. Entspannung, aber noch keine vollständige Entwarnung in der Oberlausitz: Der Katastrophenalarm wurde um 10 Uhr für den Bereich des ehemaligen Niederschlesischen Oberlausitzkreises aufgehoben, so dass für den gesamten Landkreis Görlitz kein Katastrophenalarm mehr besteht. Der Katastrophenschutzstab ist jedoch weiterhin koordinierend tätig und reagiert auf die weitere Lage in den Gemeinden.In Görlitz geht der Neiße-Pegel weiter zurück, der Scheitel bewegt sich zwischen Sagar und Bad Muskau. Im Unterdorf Sagar ist gegen 10.20 Uhr ein Deich auf einer Länge von 20 Metern gebrochen, das Wasser läuft über einen Umfluter wieder in die Neiße zurück. Die Brückenbaustelle in Sagar stellt auch wieder ein Problem dar. Ein Damm auf einer Länge von 100 Metern läuft über. In Bad Muskau läuft erstes Wasser in den Park, die Technische Einsatzleitung vor Ort denkt, ohne zusätzliche Kräfte die Situation zu beherrschen.Weißer Schöps: Der Hochwasserscheitel bewegt sich in Richtung Rietschen, ist aber sehr lang, da das Wasser in der Fläche breit läuft. Bis Boxberg ist aber kein messbarer Pegel mehr vorhanden, um weitere Prognosen treffen zu können. Schwarzer Schöps: Der Notüberlauf der Talsperre Quitzdorf ist gestern Abend angesprungen. Aufgrund des aus dem gesamten Einzugsgebiet nachlaufenden Wassers läuft die Talsperre immer noch mit bis zu 13,5 m³/s über. Ein Knackpunkt ist die Gemeinde Boxberg, wo der Weiße und der Schwarze Schöps zusammenlaufen. Die Wasserstände können dort von derzeit 4,10 Meter bis morgen früh auf ca. 4,50 Meter steigen. Die in der heutigen Nacht evakuierten Bewohner des Martinshofes Rothenburg werden momentan wieder zurückgebracht.Das Bürgertelefon wird heute bis 19 Uhr besetzt sein.In vielen Ortschaften in der Oberlausitz war die Feuerwehr auch heute im Einsatz, um Keller auszumpen. Mehrere Straßen sind weiterhin gesperrt. Die Deiche in Hoyerswerda hielten den Wassermassen der Schwarzen Elster bislang stand.Fast 140 Einsatzkräfte sicherten in der Nacht einen Damm im Ortsteil Zeißig mit Sandsäcken. Sie konzentrieren sich jetzt auf einen Deich im Bereich Elsterheide. Weitere Infos unter www.landkreis-bautzen.de. und www.kreis-gr.de.Aktuelle Informationen zum Hochwasser in Südbrandenburg können ebenfalls im Internet abgerufen werden. Die Seite www.internetwache.brandenburg.de/hochwasser ist am Mittwoch vom Innenministerium freigeschaltet worden.