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Hoyerswerda hat drei Eisen im Feuer

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Cottbus und Senftenberg, Görlitz und Zittau – das sind die Standorte für Wissenschaft und Forschung in der Lausitz. Ein weiterer könnte bald hinzukommen: Hoyerswerda. Die Stadt will sich aktiv in den Strukturwandel einbringen. Wissenschaftler sollen z.B. nach Lösungen für die sich abzeichnenden Trinkwasserprobleme in der Lausitz suchen oder neuartige Baustoffe erforschen. Drei Eisen hat Hoyerswerda im Feuer.

Am Anfang waren 30 Briefe. Hoyerswerda hatte sich bei Universitäten, Instituten und Global Playern der internationalen Wirtschaft empfohlen – als Standort für ein Forschungszentrum. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh brauchte nicht allzu lange auf Antwort zu warten. „Die Player haben uns abgesagt. Aber mit den Wissenschaftlern gab es schnell die ersten Videokonferenzen. Wir konnten unsere Ideen vorstellen.“ Drei Projekte wurden zu Papier gebracht.

„Zukunftsfabrik Lausitz“

Das ist als erstes ein Forschungszentrum des Fraunhofer-Instituts. Wissenschaftler könnten in Hoyerswerda an Lösungen um die knapper werdenden Wasserressourcen in der Lausitz tüfteln. Für dieses Projekt hat Fraunhofer schon Antrag gestellt. Hoyerswerda sowie Kamenz, Lauta und Reichenbach bei Görlitz  könnten Standorte werden für die   „Zukunftsfabrik Lausitz“, so der Titel für das Forschungszentrum. Fraunhofer hat sich dafür beworben.

Bis Ende Juni werden  die jeweils drei besten Vorschläge für das Lausitzer und das Mitteldeutsche Kohlerevier ausgewählt. Es folgt ein weiteres Verfahren. Mit einer verbindlichen Entscheidung des Konsortiums rechnet der Ruban-Zeh in einem Jahr.

Medizinforschung und künstliche Intelligenz

Hoyerswerda hat zwei weitere Eisen im Feuer.   Der OB sieht  Chancen für ein Medizinprojekt des Helmholtz-Zentrums Rossendorf gemeinsam mit dem Lausitzer Seenland Klinikum. Eine Absichtserklärung gibt es schon. „Da geht es um die Entwicklung von neuen Therapien gegen Krebs, aber auch um Fragen der Ernährung.“

Die Stadt ist auch mit einer Gruppe von Wissenschaftlern in Kontakt, die sich ein Forschungszentrum für Arzneimittelforschung in Hoyerswerda vorstellen kann. „Auf Grundlage künstlicher Intelligenz“, ergänzt Ruban-Zeh.

Korb aus Dresden

Der Hoyerswerdaer Oberbürgermeister weiß natürlich auch, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen: Neben schnellen Verkehrsverbindungen sieht der OB vor allem exklusive Wohngebiete am See für die Wissenschaftler. Da müssten Investitionen angeschoben werden, und recht schnell.  Aber in Dresden bekam er erst einmal einen Korb. „Ich wurde gefragt, warum wir das brauchen, die Lausitz ist doch ein Schrumpfungsgebiet.“

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Reporter Knut-Michael Kunoth