- Vertragsunterzeichnung mit dem Planungsbüro Fichtner. V.l.n.r.: Vertreter des Bieterkonsortiums, Wolf-Thomas Hendrich (Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda), Katrin Bartsch (Geschäftfsführerin der Stadtwerke Weißwasser), Michael Schiemenz (Chef der Städtischen Werke Spremberg).
Hoyerswerda, Weißwasser und Spremberg gehen weiteren Schritt zur Wärmewende
Hoyerswerda, Weißwasser und Spremberg wollen bis 2045 die Wärmewende geschafft haben. Bis dahin sollen keine fossilen Energieträge wie Kohle und Gas mehr eingesetzt werden. Die drei Stadtwerke haben sich für die Planung dieses Kraftakts ein großes deutsches Ingenieurbüro ins Boot geholt. Heute wurde der Vertrag mit dem Bieterkonsortium Fichtner aus Stuttgart unterzeichnet.
Das Team macht Tempo. Es will schon in zwölf Wochen die ersten entscheidungsreifen Vorlagen erstellen. Dabei geht es zunächst um Fragen der Netzoptimierung. Bis Ende dieses Jahres soll die genehmigungsreife Planung stehen. Die Planer wollen dabei die Expertise von Fraunhofer sowie lokalen Ingenieurbüros nutzen.
Den Weg hin zur Wärme aus grünen Quellen wie Solar- und Seethermie oder Abwärme von Industriebetrieben in der Region werden die drei Stadtwerke nicht in einer Hauruck-Aktion stemmen. Die Herausforderung: Es muss bei laufendem Betrieb umgerüstet werden. Das Netz könne nicht einfach abgeschaltet werden, so der Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda, Wolf-Thomas Hendrich.
Hoyerswerda, Spremberg und Weißwasser wollen ihr grünes Ziel über Brückenlösungen erreichen. Spremberg hat den Fernwärmevertrag mit der Leag bis 2037 verlängert. „Wir haben damit einen Zeitpuffer gewonnen“, freut Michael Schiemenz, Chef der Städtischen Werke Spremberg. Dagegen ist Weißwasser in einer nicht so komfortablen Lage. Die Leag wird die Fernwärmeversorgung für die Glasmacherstadt schon eher einstellen. Der Vertrag läuft Ende April aus. Mit zwei 7-Megawatt-Gaskesseln wollen die Stadtwerke den Weg zur möglichst kompletten grünen Wärmeversorgung überbrücken. Parallel dazu sollen schrittweise erneuerbare Energien die fossilen Energieträger ablösen. Das wären für Weißwasser Solarthermie, Photovoltaik- Anlagen in Verbindung mit Großflächenspeichern sowie Luft-Wärme-Pumpen ins Netz eingespeist werden, so Stadtwerkechefin Katrin Bartsch. Die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda VBH stellen gerade ihr Heizwerk in Zeißig auf Grundlast um. Der Fernwärmevertrag mit der Leag läuft Ende 2027 aus. Beide Stadtwerke, also Hoyerswerda und Weißwasser, sind aber mit dem Kraftwerks- und Tagebaubetreiber in Gesprächen über eine Verlängerung.
Die grüne Wärmewende wird Hoyerswerda, Spremberg und Weißwasser voraussichtlich rund 180 Millionen Euro kosten.
