„Ich befürchte Parallel-Gesellschaften in Görlitz“
Trendumkehr im Kreis Görlitz. Während im vergangenen Jahr noch 80 Prozent der anerkannten Asylbewerber die Region verlassen haben, bleiben nun die Meisten da. Viele von ihnen zögen aus den Gemeinden nach Görlitz, so Landratsamts-Dezernent Werner Genau. Das könnte nach seiner Ansicht zum Problem werden. Es erschwere die Integration, wenn sich alle im Landkreis lebenden Nationen in Görlitz konzentrieren. Genau befürchtet, dass sich Parallelgesellschaften bilden könnten. Für einen Verbleib der Asylbewerber mit Aufenthaltstitel in den Orten im Landkreis Görlitz fehle leider die rechtliche Handhabe.
Im Landkreis Görlitz leben derzeit rund 1.500 Asylbewerber. Mehr als die Hälfte ist dezentral untergebracht. Zunehmend kämen Menschen aus der Türkei und Indien an, so Genau. Insgesamt sei die Zahl der Asylbewerber zurückgegangen. Der Landkreis kündigte mehr als 100 angemietete Wohnungen. Die Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften wurden um rund 1.100 verringert. In den kommenden drei Monaten sollen weitere 70 Wohnungen aufgegeben werden.