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„Ich war nicht mehr Herr meiner Sinne“ - Prozess gegen Blumenhändler in Bautzen

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Der Blumenhändler aus einer kleinen Stadt im Kreis Bautzen hatte nicht nur Tulpen und Rosen verkauft, sondern auch schmerzhafte Veilchen verteilt. Die erhielt seine ehemalige Lebensgefährtin.  Zwischen ihnen lief nichts mehr. „Es gab ständig Streit. Er hat mich geschlagen“, schilderte die 49-Jährige. Und: Beide hatten ein Alkoholproblem.  Gestern stand der Florist in Bautzen vor Gericht.

Vor knapp zwei Jahren eskalierte der Konflikt.  Er war wieder einmal betrunken, hatte Groll auf seine Ex. Der Angeklagte bezichtigte sie, ihn bestohlen zu haben.  An einem Novemberabend verfolgte er sie im Treppenhaus zu ihrer Wohnung. Unvermittelt schlug er auf sie ein. Sie ging zu Boden -  erlitt Frakturen an Auge und Schulter, sie musste operiert werden und war danach fast zwei Monate arbeitsunfähig, so die Staatsanwaltschaft.

Kleinlaut gestand der Blumenhändler: „Ich war nicht mehr Herr meiner Sinne“. Er hatte nicht nur Probleme mit ihr, auch mit den Schwiegereltern und der Firma. Deshalb flüchtete er sich in den Alkohol. Aber Fehler könne man so nicht lösen. Die Einsicht kam spät. Der Richter verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.