IG Metall will Betriebsrat für Birkenstock in Görlitz

Zuletzt aktualisiert:

Konkurrenz für die IG Metall: Im Birkenstock-Werk in Görlitz wollte die Belegschaft den Gewerkschaftern zuvorkommen, ist aber im ersten Anlauf für eine Betriebsratswahl gescheitert. Bei der sehr kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung habe keiner der Kandidaten für den Wahlvorstand die erforderliche Mehrheit bekommen. „Ohne einzelnen Kollegen böse Absichten unterstellen zu wollen, verwundert es schon sehr, dass zeitgleich mit dem Eingang unserer Wahleinladung der IG Metall für den 28. September im Betrieb eine weitere Einladung für den 12. September ausgehangen wurde“, sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen.

Seit mehreren Monaten laufen im Görlitzer Birkenstock-Werk die Vorbereitungen der IG Metall zur Betriebsratswahl. Vorbild war die Betriebsratsgründung am Standort des Schuhherstellers in Bernstadt (Kreis Görlitz). Dort gibt es seit Ende Mai einen Betriebsrat. Für das Görlitzer Werk hatte die IG Metall Ostsachsen fristgerecht zu ihrer Betriebsversammlung zur Wahl des Wahlvorstands eingeladen. Gleichzeitig war im Werk eine eigene Liste von Mitarbeitern für eine Betriebsratswahl aufgetaucht.

Birkenstock-Unternehmenssprecher Gutzy teilte mit, dass diese Initiative von den Beschäftigten aus der Mitte des Werks ausging. Sie hätten heute der Werksleitung mitgeteilt, dass sie zu einer erneuten Versammlung am 26. September einladen werden. «Wir werden den weiteren Prozess im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen konstruktiv begleiten und unterstützen“, sagte er. Seitens der IG Metall gebe es noch keine Reaktion. Dem widerspricht Otto. Die Gewerkschaft habe dem Unternehmen am heutigen Tag mitgeteilt, an ihrem Termin festzuhalten.

Er forderte das Unternehmen auf, die Betriebsratswahl zu unterstützen. Sollte es keine Kooperation geben, versprach Otto eine „deutlich härtere Gangart: „In Anbetracht der aktuellen schwierigen politischen Lage und des absolut berechtigten Gefühls der Kollegen bei Birkenstock in Ostachsen, abgehangen zu sein, wäre es von Anfang an die klügere Wahl gewesen mit uns zusammenzuarbeiten“, sagte er. Auf der Wahlvorstandsliste der IG Metall werden nach seinen Aussagen neben den deutschen Mitgliedern auch polnische Kollegen stehen. Gut 60 Prozent der Görlitzer Mitarbeiter beim Schuhhersteller kommen aus den Nachbarland.

Der Görlitzer Standort ist nach Unternehmensangaben mit 650 Mitarbeitern mit Abstand der größte Ableger der Birkenstock Group weltweit. Erst Anfang September wurde im Gewerbegebiet Ebersbach der Grundstein für einen neuen Sozialbau gelegt. Die Investition beträgt drei Millionen Euro. (DPA)