IHK- Konjunktur-Report: Jede fünfte Firma in der Lausitz sieht schwarz
Die dunklen Wolken über der Wirtschaft in der Lausitz haben sich nicht verzogen. Nach wie vor schätzt jedes fünfte Unternehmen seine Lage als schlecht ein und jedes zweite nur als befriedigend. Das geht aus dem heute in Ruhland vorgestellten Konjunktur-Report der Industrie- und Handelskammern Dresden und Cottbus hervor. Vor allem Handel, Dienstleistungen und Tourismus klagen. Etwas verbessert habe sich die Stimmungslage in Industrie und Bauwirtschaft. Rund 500 Betriebe in den Landkreisen der sächsischen und brandenburgischen Lausitz sowie in Cottbus wurden befragt.
„Dass irgendetwas anspringt, ist nicht zu erkennen“
Die Wirtschaft in der Lausitz sieht kein Licht am Horizont – zumindest in den nächsten Monaten nicht. Mehr als ein Drittel der Unternehmen befürchtet, dass sich die Lage weiter verschlechtert. Nur sechs Prozent rechnen mit einem besseren Geschäftsverlauf. „Unternehmen erwarten keinen Aufschwung. Dass hier irgendetwas anspringt, ist nicht zu erkennen“, so Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden.
Gründe für die lahmende Konjunktur sehen die befragten Firmen in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, den hohen Energie- und Rohstoffpreisen, den Arbeitskosten und im Fachkräftemangel. Die Skepsis überwiegt. „Der Blick nach Berlin lässt viele verzweifeln, weil sie keine positiven Signale sehen“, fasste Rohleder zusammen.
Jedes vierte Unternehmen erwägt Personalabbau
So halten viele Firmen in der Lausitz das Geld zusammen. 57 Prozent wollen nicht investieren oder sogar die Ausgaben senken. Jedes vierte Unternehmen erwägt, Beschäftigte zu entlassen. Nur sieben Prozent wollen neue Leute einstellen. Besonders in Handel und Gastgewerbe sei die Zurückhaltung groß. „Es fehlt an klaren Rahmenbedingungen für Investitionen“, sagte André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, mit Blick auf die Politik. Und: „Wir haben zu viel Bürokratie.“ Nötig sei eine massive Entlastung der Unternehmen. Der Schuss sei aber weder in Berlin noch Brüssel gehört worden.
Erstmals wurden die Unternehmen zum Wasser als Ressource befragt. Mehr als ein Drittel hält das Thema für wichtig bzw. sehr wichtig. Mit 88 Prozent erwartungsgemäß hoch war die Zustimmung der Tourismus-Branche. Mit dem Kohleausstieg droht ein Wassermangel in der Lausitz. Die IHK Cottbus mahnt an, Brandenburg, Sachsen und Berlin müssten politische Entscheidungen schnellstmöglich treffen. Beschlüsse zu Investitionen nach 2027/ 28 kämen vielleicht schon zu spät.