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Im Spreewald kommt die Post wieder mit dem Kahn

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Im Spreewald beginnt heute die Kahnpostsaison. Andrea Bunar stellt wieder Briefe und Pakete mit dem Boot zu. Sie ist die einzige Kahnpostfrau in Deutsch­land. Bis Oktober ist die 53-Jährige mit dem gelben Postkahn von Lübbenau zum benachbarten Inseldorf Lehde unterwegs.

Wöchentlich bringt Andrea Bunar mehr als 600 Briefe und rund 70 Pakete zu mehr als 60 Haushalten. Die Kahnpostfrau verkauft auch Briefmarken, außerdem nimmt sie Briefe und Pakete an.  Eine Tour ist acht Kilometer lang  In einer Saison kommen so für die Kahnpostfrau rund 1.100 Kilometer zusammen. Das entspricht der Strecke von Berlin nach Helsinki.

Manche Beförderung gerät dabei zur Herausforderung - etwa, wenn Bunar Flachbildschirm, Hollywoodschaukel oder Kühlschrank mit ihrem Postkahn zustellt. Im vergangenen Jahr gehörten den Angaben nach unter anderem ein Apfelbaum und ein Fußballtor zur Fracht. Dabei können Pakete schon mal bis zu gut 30 Kilogramm wiegen. 

Mitunter hat sie auf der Strecke mit unerwarteten Hindernissen zu kämpfen. So habe im vergangenen Jahr starker Wind das Steuern des Postkahns erschwert, wie die Spreewälder Postfrau erzählte. Einmal habe auf der Rücktour ein umgefallener Baum die Weiterfahrt behindert. „Da sprang ein Paddler vor mir kurz entschlossen in Unterhosen ins Wasser und zog das Hindernis beiseite“, erinnerte sich Bunar an eine kuriose Begebenheit. (dpa/ red)

Im Spreewald wird die Post schon seit über   125 Jahren mit dem Kahn verteilt - außer in der Winterzeit.