Verkehrsunfälle mit Drogen in Sachsen auf Rekordniveau
Unfälle unter Drogeneinfluss haben letztes Jahr stärker zugenommen, obwohl die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Freistaat mit rund 98.000 nahezu gleich blieb. In 411 Fällen krachte es unter dem Einfluss von Drogen - bisheriger Höchststand in Sachsen. In 47 Prozent dieser Unfälle war Cannabis im Spiel. Bei 158 Unfällen unter Drogeneinfluss gab es Verletzte und einen Toten, wie aus der Verkehrsunfallstatistik 2025 der sächsischen Polizei hervorgeht.
Der Trend steigender Verkehrsunfälle unter Drogen setze sich fort, so die Inspekteurin der Polizei, Sonja Penzel. „Seit der Cannabislegalisierung 2024 und der Anhebung des Grenzwertes auf 3,5 ng/ml Blutserum im August 2025 ist die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je.“
Anders als bei Alkohol wüsste der Konsument nicht, wie viel THC in den Produkten enthalten sei, sagte Penzel. Wüsste daher auch nicht, wieviel THC er im Körper habe und wie genau es sich auswirkt. Studien zufolge soll man 24 Stunden nach dem Konsum nicht ans Steuer. Im Vergleich zum Alkohol gäbe es auch kein Messgerät für THC, so dass die Polizei bei Verkehrskontrollen auf einfache Tests wie „Finger an die Nase führen“ oder „auf einem Bein stehen“ bei Drogen-Verdacht zurückgreifen muss - bis ein Urin- oder Bluttest Gewissheit bringt.
Männer verursachen meiste Alkoholunfälle
Gleichzeitig blieb die Anzahl der Alkoholunfälle mit insgesamt 1.663 auf dem Vorjahresniveau. Allerdings stieg die Zahl der Toten und Verletzten bei Alkoholunfällen um 6,2 Prozent auf 784. Sowohl bei Alkohol als auch bei Drogen waren die Unfallverursacher zu rund 90 Prozent Männer.
Insgesamt nahm die Polizei im vergangenen Jahr 98.154 Verkehrsunfälle (-0,6 Prozent) mit 3044 Schwerverletzten (-8 Prozent) auf. Insgesamt starben 143 Menschen letztes Jahr auf Sachsens Straßen - einer weniger als im Vorjahr.
Warum es kracht
Die häufigsten Ursachen für Unfälle mit Personenschaden waren erneut zu schnelles Fahren (11,5 Prozent), Vorfahrtsverletzungen (10,3 Prozent) und ungenügender Sicherheitsabstand (9,5 Prozent). Und wenn es kracht, dann am häufigsten in den Städten, dann auf den Autobahnen und am seltensten auf dem Land.
