In Kirschau wird das Bonbon zum Kunstobjekt
Es empfiehlt sich, immer ein paar Süßigkeiten im Schrank zu haben. Eine Tüte mit Bonbons oder eine Tafel Schokolade. Kalorien-Doping bei Stress und für gute Laune. Aber müssen es gleich über eine halbe Tonne Naschereien auf einmal sein? Sage und schreibe 544 Kilo Bonbons sind heute nach Kirschau geliefert worden.
Der Transporter mit der zuckersüßen Fracht hielt am „Flox“, der Art Factory der Kunstinitiative „Im Friese“. Die Bonbons werden zum Kunstwerk. In einer ehemaligen Fabrikhalle entsteht eine Bodenplastik. Tausende in goldenfarbiges Zellophanpapier eingewickelte Bonbons wollen bestaunt werden. Aber nicht nur das. Anfassen, auspacken und lutschen ist ausdrücklich erlaubt. Projektorganisator Holger Wendland: „Das Besondere an dem Werk ist seine Veränderung. Der Besucher nimmt daran teil. Er trägt auf Dauer zur Auflösung des Werkes bei“.
Darum ging es auch dem 1996 verstorbenen Künstler Felix Gonzales Torres. Er will mit der Installation das Vergehen sinnbildlich darstellen. „Erinnerung schmeckt süß – Ortsgespräche“, ist er etwas profan klingende Titel der Kunstinstallation. Künstler aus der Region treten mit ihren Werken, die rund um die Bonbon-Fläche ausgestellt sind, mit dem Meisterwerk in einen Dialog.
Anfang kommender Woche wird die Bonbon-Plastik aufgebaut. Und ab 18. Oktober darf gelutscht werden. Die Ausstellung ist dann bis 6. Dezember jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet - in der Art Factory „Flox“ in Kirschau.