In Shishabar angeworben - Schleuserprozess in Görlitz
Er hatte einen Verkehrsunfall, musste dafür eine Strafe zahlen und sollte den Schaden wiedergutmachen. Doch er war nicht flüssig. Um schnell an Geld zu kommen, ließ er sich in einer Shishabar in Hessen von Schleusern anwerben. Dem Spanier und einem Landsmann wird heute in Görlitz der Prozess gemacht.
Der 29-Jährige hatte zunächst Iraker, die von Weißrussland nach Polen gekommen waren, in der Nähe von Warschau aufgesammelt und auf einem Parkplatz an der A 4 bei Görlitz abgesetzt. Dafür erhielt er 350 Euro. Das war im September 2021.
Einen Monat später mietete er einen Kleintransporter an und fuhr erneut nach Polen, diesmal mit einem Bekannten – dem 24-jährigen Mitangeklagten. Diesmal stiegen 15 Migranten ein. Sie hockten in einem Kleintransporter. Der Transporter überquerte in Görlitz die Grenze. Die Flüchtlinge seien an einem getarnten Ort im Stadtgebiet abgesetzt worden , so ein Ermittler.
Die Angeklagten äußerten sich zu den Vorwürfen. Sie gaben die Schleusungen zu. Das Urteil: Freiheitsstrafen für Beide - der ältere erhielt zwei Jahre und acht Monate ohne Bewährung, der jüngere ein Jahr und zwei Monate mit Bewährung.
Die beiden Spanier lebten zuletzt in Hessen.