Intensivtäter „King Abode“ aus dem Kreis Bautzen könnte Glück haben
Ein im Kreis Bautzen lebender Asylbewerber und Intensivtäter aus Libyen könnte Glück haben. Auch wenn sein Asylantrag erneut abgelehnt wird, dürfte er wahrscheinlich weiter in Deutschland bleiben, weil der Rückweg in die alte Heimat unsicher ist. Seit heute wird der Fall des 22-Jährigen vor dem Sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen verhandelt. Es bleibt spannend. Eine Entscheidung will das Gericht erst am Freitag bekanntgeben. Der Tenor wurde aber schon deutlich: Da wo die Familie des Libyers jetzt lebe, das sei kein gefährdetes Gebiet, auch herrsche dort keine hohe Verfolgungsdichte, so der Vorsitzende Richter. Allerdings gibt es ein Problem: Der Weg in seine Heimat ist nicht sicher, der Flugplatz der libyschen Hauptstadt Tripolis in den Händen von Islamisten. Außerdem gibt es für Libyen weder ein Rückführungsabkommen noch Ansprechpartner.Für das Gericht spielt das weit über 20 Taten umfassende Strafregister des Asylbewerbers, der sich selbst „King Abode“ nennt, keine Rolle – solange er kein Verbrechen begeht, das mit mindestens drei Jahren Gefängnis bestraft wird. Nur das wäre ein Ablehnungsgrund.
„King Abode“ kam vor dreieinhalb Jahren nach Deutschland. Er begründete seinen Asylantrag damit, dass seine dem früheren Diktator Ghaddafi nahestehende Familie von islamistischen Milizen verfolgt werde. Sein Vater und zwei Brüder seien getötet worden. Er selbst behauptet, dass er zweimal angeschossen worden sei.Seit er in Deutschland ist, hält er die Polizei auf Trab. Er fiel bei den Tumulten im September 2016 auf dem Bautzener Kornmarkt auf. Gegen ihn wurden mehrfach Geldstrafen verhängt - zuletzt eine achtmonatige Freiheitsstrafe. Vor einem Monat wurde der Libyer nach einem Raub im Asylbewerberheim Kamenz festgenommen, kam aber wieder frei. Die Stadt Bautzen hat den "King" schon zweimal zur „Persona non grata“ erklärt. Das Aufenthaltsbot gilt aber immer nur für drei Monate. Oberbürgermeister Alexander Ahrens sieht durch den 22-Jährigen das friedliche Miteinander in Bautzen gefährdet.