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Junge Richter werden wieder in Bautzen ausgebildet
Nach 14-jähriger Unterbrechung werden in der Oberlausitz wieder junge Richter ausgebildet. Sechs angehende Juristen nehmen im Mai ihren Vorbereitungsdienst in Bautzen auf. Am Mittwochmittag werden sie vereidigt. Damit soll für den Nachwuchs auch ein Anreiz geschaffen werden, in der Region zu bleiben, sagte uns der Präsident des Landgerichts Görlitz Friedrich-Leopold Graf zu Stollberg. Er sieht eine Ruhestandswelle auf die Justiz in der Oberlausitz zukommen. Die meisten Richter seien zwischen 50 und 59 Jahre alt. Absolventen zieht es bislang meist in die Großstädte wie Dresden, Leipzig oder Berlin.
Zu Stolberg spricht von einer Durststrecke, auch bei den Rechtspflegern und Urkundsbeamten. Dort habe die Alterspyramide aber nicht so gravierende Folgen wie bei den Richtern. Schon jetzt sind Stellen nicht besetzt, so zum Beispiel am Amtsgericht Hoyerswerda. Viele Richter gegen in den nächsten Jahren in Pension. Sie könnten zwar verlängern – und zwar bis 70. Diese Möglichkeit haben jene, die nach 1961 geboren wurden. Aber davon wird wenig Gebrauch gemacht. Viele wollen schon vorzeitig die Richterrobe an den Nagel hängen, und zwar mit 63.
Die Ausbildungskapazität am Standort soll voraussichtlich ab Herbst 2022 erweitert werden. Derzeit werden in Bautzen neue Räume für die Referendarausbildung geschaffen, die dann dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.
