Junge Richter wollen nicht in die „Verbannung“ in die Oberlausitz
Die Justiz in der Oberlausitz hat ein Problem. Viele Richter gegen in den nächsten Jahren in Pension. Sie könnten zwar verlängern – und zwar bis 70. Diese Möglichkeit haben jene, die nach 1961 geboren wurden. Aber davon wird wenig Gebrauch gemacht. Viele wollen schon vorzeitig die Richterrobe an den Nagel hängen, und zwar mit 63.
Friedrich-Leopold Graf zu Stolberg sieht eine Ruhestandswelle auf die Justiz in der Oberlausitz zukommen. Die meisten Richter seien zwischen 50 und 59 Jahre alt. Zu Stolberg spricht von einer Durststrecke, auch bei den Rechtspflegern und Urkundsbeamten. Dort habe die Alterspyramide aber nicht so gravierende Folgen wie bei den Richtern. Schon jetzt sind Stellen nicht besetzt, so zum Beispiel am Amtsgericht Hoyerswerda.
Absolventen zieht es in die Großstädte wie Dresden, Leipzig oder Berlin. Dagegen klingen Namen wie Weißwasser, Hoyerswerda der Zittau für manch einen wie Orte der Verbannung. Dorthin wollen die jungen Richter nicht.
Im Mai wird in Bautzen nach mehr als 20-jähriger Unterbrechung die Referendarausbildung wieder aufgenommen. Damit soll für den Nachwuchs auch ein Anreiz geschaffen werden, in der Region zu bleiben.