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Kamenzer Forstfest abgesagt

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Eines der größten Schul- und Heimatfeste in Sachsen fällt in diesem Jahr aus. Das Kamenzer Forstfest wurde abgesagt. Das Forstfestkomitee verwies auf das noch bis Ende August geltende Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Eine Terminverschiebung wurde als zu schwierig und kompliziert abgelehnt.

Das hat es 1953 das letzte Mal gegeben! Damals fiel das Kamenzer Forstfest wegen einer anderen Krankheit aus – der Kinderlähmung. Erhöhte Ansteckungsgefahr, war die offizielle Begründung.  Sonst war das Fest nur zu Kriegszeiten abgeblasen worden.  Die Forstfestzeit soll in diesem Jahr aber nicht ganz sang- und klanglos ausgeblendet werden. Vielleicht gibt es ja ein paar pfiffige Ideen, Flagge zu zeigen, überlegt Oberbürgermeister Roland Dantz. 

Sachsen hatte vor einem Monat das Kamenzer Forstfest  für die Aufnahme in die bundesweite Liste als Immaterielles Kulturerbe vorgeschlagen. Damit folgte der Freistaat einer Empfehlung des Sächsischen Kultursenats. Das Kamenzer Forstfest mit seiner über 300-jährigen Geschichte sei eines der größten Schul- und Heimatfeste Sachsens. Es stehe in besonderer Weise für Tradition und Brauchtum, hieß es zur Begründung.

Hintergrund:

Das Kamenzer Forstfest findet stets in der Bartholomäuswoche (um den 24. August) statt. An den Umzügen beteiligen sich regelmäßig rund 1.500 Mädchen und Jungen der Kamenzer Schulen. Sie sind traditionell in Weiß gekleidet und tragen Blumengirlanden und Fahnen von der Innenstadt bis in den Forst. Dabei singen sie traditionelle Heimatlieder. Die Kamenzer schmücken zum Fest ihre Häuser mit Ranken, Wimpelketten und Blumenkränzen. Bis zu 50.000 Gäste zieht das Kamenzer Forstfest jährlich weit über die Stadtgrenzen hinaus an.