Kamenzer OB kritisiert Schließung von Geburtenstation
Der Kamenzer Oberbürgermeister Michael Preuß hat mit Unverständnis auf die angekündigte Schließung der Geburtsabteilung im Krankenhaus St. Johannes Ende Mai reagiert. Er kritisierte die Entscheidung als völlig unerwartet, zumal sie im krassen Gegensatz zu positiven Statements vom Jahresanfang stehe.
Laut Preuß stellt der Wegfall der wohnortnahen Geburtshilfe eine erhebliche Schwächung des Standorts dar und verunsichert werdende Eltern massiv. Um die Hintergründe der Entscheidung zu klären, hat der Kamenzer OB das Gespräch mit der Krankenhausgeschäftsführung gesucht. Parallel dazu setzt er sich für kurzfristige Lösungen zur Sicherstellung der Versorgung ein. Preuß versprach, dass die Stadt alles in ihrer Macht Stehende tun werde, um die medizinische Infrastruktur in diesem sensiblen Bereich zu bewahren.
Als Gründe für die Schließung nannte die Geschäftsführung sinkende Geburtenzahlen, strengere Qualitätsvorgaben und den wirtschaftlichen Druck durch die Krankenhausreform. Während die ärztlichen Mitarbeiter von Kündigungen betroffen sind, sollen Pflegekräfte und Hebammen nach Möglichkeit in anderen Bereichen des Hauses weiterbeschäftigt werden. Die ambulante Versorgung sowie Operationen im angeschlossenen MVZ bleiben für die Patientinnen der Region jedoch weiterhin bestehen.
