Kamenzer OB lobt „respektvollen Umgang“ mit der AfD im Stadtrat
Der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (Freie Wähler) hat den „respektvollen Umgang des Stadtrates mit der AfD“ gelobt. Er habe nicht einmal erlebt, dass es von der Fraktion in den letzten fünf Jahren einen extremistischen Ansatz gab, sagte Dantz am Abend auf dem Neujahrsempfang der Stadt. Zugleich kritisierte er pauschal die Verwendung von Stereotypen in der politischen Auseinandersetzung. Wenn das so weiter praktiziert werde, sehe er keine gute Zukunft. Die AfD sei gewählt worden und habe die Menschen zum Teil hinter sich. Am 9. Juni wird ein neuer Stadtrat für Kamenz gewählt.
„Schlag ins Gesicht“
Spontane Kritik an der Rede von Dantz kam vom Fraktionschef der Linken im Stadtrat, Alex Theile. Der Oberbürgermeister habe die zig tausend Menschen, die auch im Landkreis Bautzen auf die Straßen gingen, nicht erwähnt. „Das ist gewissermaßen auch ein Schlag ins Gesicht.“ Dantz ging in seiner Rede ausführlich auf den Bauernprotest in Berlin ein.
Rekord bei Gewerbesteuer
Vor rund 200 Gästen, darunter 40 Frauen und Männern aus der örtlichen Gesundheits- und Pflegebranche, ließ Dantz das vergangene Jahr Revue passieren. Die Stadt nahm 22,7 Millionen Euro Gewerbesteuer ein. „Das gab es noch nie“, so der OB. Ein Investor will am Kamenzer Flugplatz auf einer Fläche von 70.000 Quadratmetern einen Hallenkomplex errichten und eine von einem Brand betroffene Firma neu bauen.
„900 Jahre Kamenz erleben wir alle nicht“
Als größere Vorhaben der Stadt für dieses Jahr nannte Dantz die brandschutztechnische Sanierung des Stadttheaters und die Sanierung der Rathausfassade und Rathaustürmchen. Das Rathaus soll hübsch gemacht werden, auch für die 800-Jahrfeier. Für das Festjahr hat die Stadt 200.000 Euro eingeplant. Der OB verteidigte die Höhe des Budgets. Natürlich könne man das Geld auch anders verwenden. „Aber lassen Sie uns feiern. Denn eins ist sicher: Das 900. Kamenz-Jubiläum erleben wir alle nicht.“
Besondere Ehre für 21-jährigen Kamenzer
Wie in jedem Jahr wurde auch diesmal die Ehrenmedaille der Stadt vergeben. Ausgezeichnet wurden 20 Frauen und Männer. Außerdem durfte sich ein 22-jähriger Kamenzer ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Marvin Jüngel hatte im vergangenen Jahr das Deutsche Spring-Derby in Hamburg gewonnen. Der Klassiker gilt als besonders anspruchsvoll.