Kamenzer Tätowierer sticht nicht mit Geständnis - Haftstrafe!
Ein Tätowierer hat heute in Bautzen vor Gericht reinen Tisch gemacht. Er gestand, aber sein Kalkül ging nicht auf. Richter Dirk Hertle schickte den Kamenzer für zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.
Der Angeklagte konnte es nicht lassen. Sieben Fahrten ohne Führerschein, fünf Diebstähle in einem Monat! So brach er in die Räume eines Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Königsbrück ein und nahm u.a. ein Minensuchgerät, einen Aufsatz für die Kalaschnikow und einen Zünder mit. Die Beute wollte der Tätowierer in bare Münze verwandeln, ebenso Werkzeuge oder auch Motorradhelme, Nierengurte und Handschuhe aus einer Werkstatt in Pulsnitz. Er begründete seine langen Finger mit – so wörtlich – „Kontrollverlust“. Er habe Geld für ein neues Studio und die neue Wohnung gebraucht.
„Werden Sie kein alter Mann im Gefängnis“
Mit 17 saß er das erste Mal im Knast, 17 Einträge stehen in seinem Vorstrafenregister. Da überzeugte der 42-Jährige auch nicht mit dem Versprechen, in seinem weiteren Leben einen anderen Weg einzuschlagen und einen Beitrag für seine Heimatstadt zu leisten. Auch seine Verteidigerin, die um eine Bewährungsstrafe „mit massiven Auflagen“ warb, blitzte beim Richter ab. Bewährung sei bei der Fülle der Taten nicht drin. Und er gab dem Angeklagten einen Rat: „Werden Sie kein alter Mann im Gefängnis. Nutzen Sie ihre Zeit sinnvoll.“
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwältin hatte drei Jahre und drei Monate Gefängnis gefordert. Sie bezeichnete den Angeklagten als „unbelehrbaren Wiederholungstäter“.