Kein Corona-Einsatz für die Bundeswehr im Kreis Görlitz
Im Kreis Görlitz werden vorerst keine Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung des Gesundheitsamts und der Krankenhäuser eingesetzt. Ein entsprechendes Amtshilfeersuchen wurde abgelehnt. Darüber informierte am Mittwoch Landrat Bernd Lange. Die Bundeswehr könne erst zum Einsatz kommen, wenn der Freistaat ebenfalls unterstützende Maßnahmen ergreife. Das sei aktuell nicht der Fall - bislang bekomme der Landkreis trotz aller Bemühungen keine externe Unterstützung - erklärt der Landrat weiter. Lange fordert vom Freistaat zudem eine genaue Bettenpauschale, um Engpässe bei der Bettenkapazität zu verhindern.
„Die Gesundheitsministerin ist in der Verantwortung und hat die Bettenpauschale klar zu definieren, damit eine Situation der Verschiebung und Verzögerung einer medizinischer Versorgung nicht eintritt.“ - so der Landrat. Aktuell seien die Entscheidungen auf Landesebene nicht vorausschauend. Es werde aktuell als Reaktion, nicht als Aktion entschieden - hieß es weiter.
Angesichts steigender Corona-Zahlen will der Kreis Görlitz zudem mobile Mini-Impfzentren einrichten. Zu den zwei mobilen Impfteams im Kreis habe der Freistaat zwei weitere Teams zugesagt – sagte Sozialdezernentin Martina Weber. Aktuell sei das Landratsamt mit Weißwasser, Görlitz, Löbau und Zittau im Gespräch, um feste Impftermine in den Städten einzurichten. Gleichzeitig appellierte Weber erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Die Zahl der Patienten auf Normalstationen habe sich in den letzten zwei Wochen in etwa verdoppelt - auf den Intensivstationen registriere man eine Verdreifachung - warnt Weber.
Aktuell ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Görlitz wieder gesunken. Das Robert-Koch-Institut meldet heute einen Wert von 468,6. In Kliniken im Landkreis werden aktuell 133 Corona-Patienten auf Normalstationen behandelt - 17 weitere benötigen eine intensivmedizinische Versorgung. Davon sind die meisten nicht vollständig geimpft oder haben Vorerkrankungen.
In den Alten- und Pflegeheimen ist das Ausmaß der Corona-Welle allerdings nicht so gravierend wie vor einem Jahr. Es mussten bisher keine Einrichtungen oder Bereiche vollständig gesperrt werden. Insgesamt 11 Einrichtungen seien aktuell von Corona betroffen. Geimpfte Heimbewohner hätten aber milde Krankheitsverläufe.