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  • Jeder Platz gefüllt zur Einwohnerversammlung in Waldhufen. Foto: kmk

Kein Plan B für verstopfte Umleitungsstrecken um Autobahntunnel "Königshainer Berge"

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Der Zeitplan für die Modernisierung des Autobahntunnels „Königshainer Berge“ steht. 2023 ist die Nordröhre an der Reihe -  2024 die Südröhre. Fahrzeuge können die jeweils freie Röhre   im Zweirichtungsverkehr passieren. Darüber informierte gestern Abend in Waldhufen  das Landesamt für Straßenbau und Verkehr - LASUV. Obwohl fast ohne Vollsperrung gebaut werden soll, wird in Spitzenzeiten - vor allem vor Feiertagen und Wochenenden – ein Teil der Kraftfahrer über die Umleitungsstrecken ausweichen, wegen der zu erwartenden Rückstaus. Anwohner finden diese Aussichten unerträglich. Sie fordern wirksamen Lärmschutz und als Alternative zu den dann verstopften Umleitungsstrecken weitere Umleitungsvarianten. Einen Plan B gibt es dafür bislang nicht. Das LASUV ist dazu aber im Gespräch mit dem Landratsamt.

Kein Platz blieb leer. Über 100 Anwohner waren gekommen, um klare Antworten zu erhalten. Als einzige Lärmschutzmaßnahme wurden Tempolimits in den Ortschaften entlang der Umleitungsstrecken in Aussicht gestellt. Ein Gutachten zu wird im kommenden Jahr erwartet. Das befriedigte die  anwesenden Anwohner nicht. Sie sorgen sich um ihre Gesundheit und um den Schutz der Schulkinder.

Während der Bauarbeiten wird der Autobahntunnel zum Nadelöhr. Stündlich können dann höchstens 1.500 Fahrzeuge die Röhre im Zweirichtungsverkehr passieren. Da wird es in Spitzenzeiten eng. Täglich rollen im Durchschnitt rund 30.000 Fahrzeuge durch die beiden Röhren -- davon fast ein Drittel  Lkw. In Spitzenzeiten sind es über 50.000 Kfz.

Die Modernisierung des Autobahntunnels "Königshainer Berge" kostet nach bisherigen Berechnungen rund 37 Millionen Euro. Eingebaut werden begehbare Notrufkabinen. Dazu muss die Tunnelwand aufgebohrt werden. "Das wird eine Herausforderung", so Projektleiter Wolfram Damm. Insgesamt über 100 Kilometer Kabel werden neu verlegt, Tore und Fluchttüren in die Querschläge eingebaut, die Natriumdampflampen durch LED-Leuchten ersetzt, eine Lautsprecheranlage installiert und die Verkehrszeichen ausgetauscht. Auch die alten analogen Kameras kommen raus. Sie werden durch digitale Geräte ersetzt. Damit ist dann eine lückenlose Überwachung des Tunnels möglich. Gearbeitet werde sieben Tage in der Woche - und zwar rund um die Uhr im Wechselschichtsystem, so Damm.

Nach der Modernisierung soll es in den darauffolgenden 15 bis 20 Jahren keine großen Arbeiten mehr im Autobahntunnel "Königshainer Berge" geben - bis auf die zwei vorgeschriebenen Durchsichten im Jahr.

 

Audio:

Stimmen von Anwohnern an den Umleitungsstrecken

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Projektleiter Wolfram Damm vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr

Ralf Klotz vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr zu Lärmschutzmaßnahmen auf den Umleitungsstrecken während der Modernisierung

Reporter Knut-Michael Kunoth