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Keine Planänderung im Strafverfahren wegen Freiheits­beraubung gegen vier Männer aus Arnsdorf

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Keine Planän­de­rung im Straf­ver­fahren wegen Freiheits­be­rau­bung gegen vier Männer aus Arnsdorf.  Der Prozess vor dem Amtsge­richt Kamenz findet ohne den Iraker statt. Der 21-jährige Flücht­ling war Anfang dieser Woche  tot im Tharandter Wald gefunden worden. Er starb   an Unter­küh­lung – so das Obduk­ti­ons­er­gebnis. Die Verhand­lung beginne, so wie geplant, am kommenden Montag, sagte Amtsge­richts­di­rektor Philipp Majunke unserem Sender. Es sollen rund 20 Zeugen vernommen werden. Zehn Verhand­lungs­tage sind geplant. Beson­dere Sicher­heits­vor­keh­rungen wurden angeordnet. Besucher müssen mit Taschen­kon­trollen  rechnen.Die Angeklagten sind zwischen 29 und 56 Jahre alt. Sie  sollen den Iraker vor knapp einem Jahr aus einem Einkaufs­markt in Arnsdorf gezerrt und mit Kabel­bin­dern an einen Baum gefes­selt  haben. Nach ihren Angaben hatte er die Kassie­rerin mit zwei Weinfla­schen bedroht, weil die  Karte für sein  Handy angeb­lich nicht funktio­nierte.  Laut den späteren Ermitt­lungen der Staats­an­walt­schaft bestand jedoch keine bedroh­liche Lage. Der Einschät­zung liegt ein sicher­ge­stelltes Handy-Video zugrunde.Ermitt­lungen gegen den Iraker waren einge­stellt worden – ebenso gegen zwei Polizisten und den Görlitzer Polizei­prä­si­denten Conny Stiehl.  Er hatte das  Vorgehen der vier Arnsdorfer teilweise gerecht­fer­tigt. "Das Festhalten des Irakers war sinnvoll und notwendig", sagte er auf einer Presse­kon­fe­renz Anfang Juni vergan­genen Jahres.

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Görlitzer Polizei­prä­si­dent Conny Stiehl