Kinderarmut in den Großstädten im Freistaat besonders stark
Kinderarmut ist einer neuen Studie zufolge in Sachsen regional unterschiedlich stark verteilt - besonders hoch ist sie demnach in den Städten. In Leipzig etwa lebte 2015 jedes vierte Kind in Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind. Das geht aus einer am Montag vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Auch in Chemnitz ist die Quote mit 21,3 Prozent vergleichsweise hoch. Dresden weist unter den großen Städten mit 16 Prozent die wenigsten armen Kinder und Jugendliche auf. Im Erzgebirge sowie in Mittelsachsen leben die wenigsten Kinder von Sozialleistungen. Sachsenweit wuchsen den Angaben zufolge rund 99 900 Kinder unter 18 Jahren in Familien auf, die Grundsicherungsleistungen erhielten. Damit ging die Armutsquote zwischen 2011 bis 2015 von 20,1 auf 16,9 Prozent zurück. Dennoch liegt Sachsen nach wie vor über dem bundesweiten Durchschnitt. In Deutschland stieg der Anteil der von Sozialleistungen lebenden Kinder leicht auf 14,7 Prozent - fast zwei Millionen Jungen und Mädchen. Besonders betroffen von Armut sind Familien mit alleinerziehenden Eltern und solche mit drei und mehr Kindern. Sie hätten häufig kein eigenes Zimmer, keinen Rückzugsort für Schularbeiten, essen kaum oder gar kein Obst und Gemüse. Laut Studie wachsen hierzulande vor allem jüngere Kinder häufiger in Familien auf, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind. Bei den unter Dreijährigen waren es 17,8 Prozent, im Alter von 3 bis 6 Jahren sogar 18 Prozent. Bei der Gruppe der 15- bis unter 18-Jährigen fiel die Armutsquote mit 13,8 Prozent dagegen geringer aus.