Klare Regelungen für Vertreibung und Abschuss von Wölfen in Sachsen

Zuletzt aktualisiert:

Wölfe in Sachsen dürfen getötet werden, wenn sich die Tiere weniger als 30 Meter einem Menschen nähern und eine Vergrämung erfolglos war. Das wird in der Verordnung zum Wolfsmanagement im Freistaat geregelt. Sie wurde heute vom Kabinett beschlossen und wird Ende Mai in Kraft treten. 

Klar geregelt wird auch die Vergrämung, also das Vertreiben, von Wölfe. Das ist dann erlaubt,  wenn sie sich die Tiere weniger als 100 Meter dem Menschen nähern oder  sich an einem Wohnhaus aufhalten. Diese Klausel schließt auch folgenden Fall ein: Sollten Wölfe einen besonders geschützten Weideschutzzaun innerhalb von zwei Wochen zweimal überwunden haben, dann ist die Verteibung rechtens, um so größere Schaden für Nutztierhalter abzuwenden.  Die Verordnung schaffe höhere Rechtssicherheit, so Umweltminister Thomas Schmidt.

Außerdem sollen einzelne Wölfe mit Senderhalsbändern ausgestattet werden, um Bewegungsmuster der Rudel erstellen zu können.Zur Begutachtung von Wolfsrissen wird eine Fachstelle beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit sechs Mitarbeitern angesiedelt. Sie nimmt im Mai die Arbeit auf

Für Entscheidungen über die Entnahme bzw. die Vergrämung von Wölfen bleiben die Landkreise und Kreisfreien Städte zuständig. "Nur diese Ebene besitzt die Ortskenntnis und kann die wirtschaftlichen oder sozialen Folgen von Konfliktsituationen mit Wölfen sicher einschätzen", so der Minister.