Koalition lehnt Erwerb des Meißener Kornhauses durch den Staat ab

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Die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und SPD haben einen Antrag der Linken abgelehnt, der die Regierung zum Erwerb des historischen Meißener Kornhauses aufforderte. Die AfD will bei der, am 4. Juli 2022, anstehenden Zwangsversteigerung mitbieten und im Kornhaus auf dem Gelände der Albrechtsburg ein Schulungs- und Tagungszentrum errichten.

Die Koalition halte offensichtlich an der «Unkultur fest, Vorstöße der demokratischen Opposition aus Prinzip abzulehnen», erklärte Linke-Politiker Franz Sodann am Montag in Dresden. Am Vormittag hatte der Kulturausschuss des Landtages das Ansinnen der Linken abgelehnt.

Sodann erwarte nun vor allem von der SPD, dass sie «trotzdem Druck ausübt, damit der Freistaat das Kornhaus erwirbt – Zwangsversteigerung hin oder her». Der SPD-Abgeordnete Frank Richter hatte sich schon zuvor in einem von Prominenten unterstützten Offenen Brief für einen Erwerb des Kornhauses durch den Staat stark gemacht.

Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag stimmte dem Antrag der Linken am Montag zu. «Unser wichtigstes Anliegen ist es, den Verfall des Kornhauses zu stoppen. Es ist skandalös, wie ignorant die Regierung in den letzten Jahren mit der Wiege Sachsens umgegangen ist», erklärte der Abgeordnete Thomas Kirste. Nur durch die AfD sei «Bewegung in die Sache» gekommen.

Die Landtagsfraktion der Grünen sprach sich für die zügige Erstellung eines Nutzungskonzeptes für das Kornhaus aus. Es dürfe «keinesfalls zu einem rechten Veranstaltungsort werden», erklärte der Abgeordnete Thomas Löser. Die Stadt Meißen sollte jetzt alle Optionen prüfen, wie sich die Ausstände mit dem Eigentümer noch bereinigen lassen und eine Zwangsversteigerung verhindert werden könne. Man müsse prüfen, ob das Kornhaus etwa Standort eines wissenschaftlichen Institutes oder eines landesgeschichtlichen Museums sein könne. (dpa)