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Körse Therme Kirschau droht Schließung

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In der Körse-Therme in Kirschau sollen die Lichter ausgehen. Bürgermeister Sven Gabriel habe die Schließung den rund 30 Beschäftigten bekanntgegeben. Das teilte heute die Gewerkschaft Verdi mit.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine Schließung der einzige Weg ist. Die Vermutung liegt nahe, dass Privatisierungsbestrebungen und damit einhergehende Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen im Raum stehen. Wir erwarten, dass sich die Verantwortlichen im Landkreis und im Freistaat der Thematik annehmen“, fordert Detlef Heuke von der Verdi.

Bürgermeister und Zweckverbandvorsitzender Sven Gabriel bestätigte unserem Sender ein enormes finanzielles Defizit. „Es sieht momentan alles nach einer Schließung aus“, so Gabriel .Die Hoffnung auf einen Weiterbetrieb gibt er aber noch nicht auf. Er sei in Kontakt mit der Landesdirektion Sachsen. Für den kommenden Freitag ist ein Gespräch geplant.

Die Vermutung der Gewerkschaft, ein Privatisierungsvorhaben stecke hinter der Schließung, dementierte Gabriel. „Dem Ganzen ist nicht so! Wir sind seit Jahr und Tag im Gespräch mit verschiedenen Gemeinden und dem Landkreis im Gespräch über eine Mitgliedschaft im Zweckverband, aus diesem Grund kann ich es ausschließen, dass wir uns über Privatisierungsgedanken einen Kopf machen.“

Das Bad befindet sich schon seit geraumer Zeit in einer Notlage, bedingt durch gestiegene Personalkosten. Der Zweckverband hatte Kassenkredite aufgenommen, die aber nicht bedient werden konnten. Die Therme wird auch für das Schulschwimmen genutzt sowie von Vereinen Der Kreistag hatte im Oktober 2018 deshalb Zuschüsse von insgesamt 650.000 Euro bewilligt. Damit sollte der Weiterbetrieb bis Ende 2020 gesichert bleiben. Zugleich sollte nach einem neuen Betreibermodell gesucht werden.

 Die Landesdirektion Sachsen forderte  eine Umlage von 500.000 Euro im Jahr 2018 und jeweils 400.000 Euro für 2019 und 2020. Der Verband sah sich nicht in der Lage, diese Beträge allein aufzubringen.   Der Landkreis wollte sich daran zur Hälfte beteiligen. 

Auf eine Anfrage unseres Senders beim Landratsamt in Bautzen erhielten wir heute schriftlich Antwort. Hier der Wortlaut:

„Die schwierige finanzielle Situation der Therme ist uns durchaus bekannt und war bereits in der Vergangenheit auch Thema im Kreistag. Die Einnahmeverluste durch die Corona-Pandemie sowie die absehbar verminderte Ertragslage bei einem eingeschränktem Corona-Betrieb haben nach den uns vorliegenden Informationen dazu geführt, dass die mögliche Wiederöffnung nicht erfolgte. Über die Dauer der Schließung und weitere Pläne, etwa zur Zukunft der Immobilie, ist jedoch der Zweckverband der richtige Ansprechpartner. Hier wurde uns signalisiert, dass in dieser Woche in Vorberatungen in den Mitgliedsgemeinden des Zweckverbandes und in Gesprächen auf Ebene des Freistaates nach Lösungen gesucht wird, die dann durch die Verbandsversammlung beschlossen werden müssen.

Der Landkreis hatte nach Diskussion und Beschluss im Kreistag im Jahr 2018 einen Zuschuss von 250.000 und 2019 in Höhe von 200.000 Euro gezahlt. Wie jeder andere Zuschuss aus öffentlicher Hand muss auch die Verwendung der hier gezahlten Mittel überprüft werden. Daher ist aus heutiger Sicht keine Aussage über eine Rückforderung abzuleiten“.

 

Audio:

Oberlausitzer zur drohenden Schließung der Körse-Therme
Reporter Toni Herrmann im Gespräch mit Bürgermeister Sven Gabriel
Reporter Toni Herrmann im Gespräch mit SPD-Kreisrat Roland Fleischer