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Koffer packen in Mühlrose - Umsiedlungsvertrag unterzeichnet

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Das Ende für die Tagebaurandgemeinde Mühlrose ist besiegelt.  Heute Vormittag wurde der Umsiedlungsvertrag unterzeichnet. Die rund 200 Bewohner bekommen eine neue Heimat im rund fünf Kilometer entfernten Schleife.  In einem eigenständigen Ortsteil, der den Namen Mühlrose tragen wird,  entstehen 60 Wohn- und kommunale Grundstücke.  Bis Ende 2024 soll die Umsiedlung abgeschlossen sein, so die Leag. Der Tagebaubetreiber will ein neues Kohlefeld erschließen. Unter dem Ort lagern 150 Millionen Tonnen Braunkohle. Mit der Förderung soll 2030 begonnen werden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete den Vertrag als „wichtige Zukunftsentscheidung“. Die Bewohner hätten 15 Jahre auf Klarheit gewartet. Sie seien nun erleichtert. Zugleich verteidigte er die Erweiterung des Tagebaus Nochten um das Flöz Mühlrose. Die Kohle werde gebraucht, um die Energiewende zu meistern.

Eine große Mehrheit der Mühlroser hatte sich für den Umsiedlungsstandort Schleife entschieden.
Die Ursprünge des Ortes reichen bis 1377 zurück. Damals ließen sich dort slawische Siedler nieder.  In fünf Jahren endet die rund 650 Jahre alte Geschichte des Dorfes bei Weißwasser. Im Archiv verschwundener Orte in der Lausitz erhält Mühlrose die Nummer 138.

Zu den Kosten der Umsiedlung machte die Leag keine Angaben. Kretschmer sprach von „vielen hundert Millionen Euro“.

Der Bürgermeister von Schleife, Reinhard Bork, hieß die Mühlroser herzlich willkommen: „Sie verlassen  ihr  alte Dorf, das ist schmerzhaft, aber die Heimat bleibt das Kirchspiel Schleife“.  Bork versprach den künftigen Mitbürgern Unterstützung. Ihre Identität als Dorfgemeinschaft und ihr Brauchtum soll erhalten bleiben.

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Reporter Knut-Michael Kunoth