„Kohle“ für Wasserstoffzentrum im Kraftwerk Boxberg
Für die Errichtung eines Wasserstoff- und Stromspeicherzentrums im Kraftwerk Boxberg erhält die LEAG eine satte Finanzspritze. Sachsens Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt hat am Dienstagvormittag einen Förderscheck über 58 Millionen Euro für das „H2UB-Projekt“ übergeben.
Mit dem Geld aus dem JTF-Fond der EU sollen auf dem Gelände der stillgelegten Werke I und II eine Anlage für die Herstellung und Umwandlung von Wasserstoff sowie ein Batteriespeicher errichtet werden. Ziel ist es, künftig 2.500 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde zu produzieren und einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 1.000 MWh anzusiedeln.
Dafür müssen zunächst vier noch existierende Kühltürme weichen. Drei der 113 Meter hohen Türme sollen im Sommer gesprengt werden. Die vierte Anlage wird durch direkte Nähe zu angrenzenden Gebäuden maschinell zurückgebaut. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten am neuen Zentrum dann beginnen. In einem ersten Schritt werde eine 380-kV-Schaltanlage errichtet, mit der die Stromerzeugung im Umland mit dem Kraftwerk und den künftigen Anlagen verbunden werden kann. Voraussichtlich 2029 könnte das neue Zentrum komplett in Betrieb genommen werden.
Mit dem H2UB will der Kraftwerksbetreiber eine sichere und bezahlbare Energieversorgung auch in den kommenden Jahrzehnten gewährleisten. Das Vorhaben diene zudem als Pilotprojekt für ähnliche Anlagen an weiteren Kraftwerksstandorten in der Lausitz.
Das H2UB-Projekt ist Teil des umfangreichen GigawattFactory-Programm der LEAG. Ziel ist es, bis 2030 bis zu sieben Gigawatt und bis 2040 bis zu 14 Gigawatt grünen Strom verfügbar zu machen. Dafür sollen die Kraftwerksstandorte langfristig transformiert werden.