Kreis Bautzen bittet um Asylbewerber-Aufnahmestopp

Zuletzt aktualisiert:

Nach dem Brandanschlag im Spreehotel Bautzen vor eineinhalb Wochen sollen nun voraussichtlich am 29. November die ersten Asylbewerber dort untergebracht werden. Das kündigte Landrat Udo Witschas am Abend im Kreistag an. Die Schäden könnten in sechs Wochen behoben und Teile der Unterkunft parallel zu den Arbeiten genutzt werden. Die Sicherheitslage sei laut Landeskriminalamt vertretbar. Wie viele Asylbewerber einziehen werden und aus welchen Ländern, konnte der CDU-Politiker noch nicht sagen. Die Familien, die Anfang dieses Monats ins Spreehotel ziehen sollten, seien inzwischen woanders untergekommen.

Der Landkreis ist unterdessen auf der Suche nach weiteren Plätzen für Asylbewerber. Es gebe Gespräche mit dem Besitzer eines Gebäudes in Hoyerswerda. Näher ging der Landrat darauf nicht ein. Die Kapazität des Asylbewerberheimes in Kamenz soll erweitert, ein hinterer Gebäudeteil als Notunterkunft hergerichtet werden. Ebenfalls als Notunterkunft wird das Asylbewerberheim an der Liselotte-Herrmann-Straße in Hoyerswerda weiter betrieben. Es sollte im Zuge der erneuten Nutzung des Spreehotels als Flüchtlingsunterkunft geschlossen werden.

"Die Kapazitäten werden dennoch in absehbarer Zeit erschöpft sein" so Witschas. Der Landrat bat deshalb Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) um einen Aufnahmestopp zum Jahreswechsel. „Wir haben rund 3.700 Flüchtlinge aus der Ukraine und außerdem rund 1.600 Asylbewerber aufgenommen. Das sind erheblich mehr als in den Jahren 2015 und2016.“ Die Belastungsgrenze sei fast erreicht. Rund 400 Asylbewerber soll der Landkreis Bautzen in diesem Jahr noch aufnehmen.

Von den rund 1.600 Asylbewerbern, die sich derzeit im Kreis Bautzen, sind 750 ausreisepflichtig.

 

 

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth