Kreis Bautzen zieht Verlängerungsoption für Asylbewerberheime
Die Verträge für die Asylbewerberunterkünfte im Kreis Bautzen werden verlängert – bis auf eine Ausnahme: Die Herberge an der Lieselotte-Herrmann-Straße in Hoyerswerda wird Ende April geschlossen. Das kündigte heute das Landratsamt an. Die rund 100 Bewohner werden dezentral untergebracht oder auf andere Gemeinschaftsunterkünfte verteilt.
Weshalb die Verlängerungen?
Die Kreisverwaltung rechnet im Sommer wieder mit steigenden Asylbewerberzahlen. Deshalb sollen die Heime über die bisherigen Vertragsfristen weiterbetrieben werden. So bleibt das Spreehotel in Bautzen bis Ende Oktober 2025 Flüchtlingsunterkunft. Um jeweils ein Jahr verlängert werden die Verträge für die Heime an der Dresdener Straße in Bautzen, in Niedergurig und an der Dillinger Straße sowie an der Thomas-Müntzer-Straße in Hoyerswerda . Die Verträge in Wehrsdorf und Kamenz laufen zunächst noch bis März bzw. Mai 2026.
Wie ist die aktuelle Lage?
Momentan leben rund 1.700 Asylbewerber im Kreis Bautzen. 300, die anerkannt wurden und bleiben dürfen, wohnen noch in Unterkünften des Landkreises. Das könne noch eine gewisse Zeit dauern, so das Landratsamt. Die Kreisverwaltung verweist auf die – so wörtlich – angespannte Wohnungsmarktlage. Freie Plätze gibt es. Die Zahl schwankt zwischen 150 und 200. In diesem Monat werden dem Landkreis Bautzen 50 Flüchtlinge zugewiesen.
Der Landkreis Bautzen geht einen neuen Weg. Er will Asylbewerber auch in Wohnprojekten unterbringen. Wie ist da der Stand?
Nach Einschätzung des Landratsamtes läuft diese Form der dezentralen Unterbringung gut an. In der Region Hoyerswerda seien die Plätze zu 100 Prozent belegt, so der Erste Beigeordnete Jörg Szewczyk. In Kamenz und Bautzen sollen Anfang April die ersten Bewohner einziehen. Dort stehen dann auch je 150 Plätze bereit.