Merkel stoppt Osterruhe - „Der Fehler ist mein Fehler“ -Stimmen aus der Lausitz
Nach massiver Kritik und Verwirrung um die geplante Corona-Osterruhe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Regelung aus den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen wieder gekippt. Sie übernehme dafür die Verantwortung, wurde Merkel von Teilnehmern einer kurzfristig einberufenen Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch zitiert. „Der Fehler ist mein Fehler“, sagte Merkel demnach. Sie habe am Vormittag entschieden, die Verordnungen zur Osterruhe nicht auf den Weg zu bringen, sondern zu stoppen.
Begründet wurde die Entscheidung damit, dass zu viele Folgeprobleme entstanden wären, hätte man - wie beschlossen - den Gründonnerstag und Karsamstag zu Ruhetagen erklärt. Aufwand und Nutzen stünden in keinem guten Verhältnis, wurde Merkel von Teilnehmern der völlig überraschend einberufenen Runde mit den Länderregierungschefs zitiert.
Nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Runde hatte sich Unmut vor allem daran entzündet, dass trotz fast zwölfstündiger Beratungen die Umsetzung zentraler Punkte noch offen war. Vorgesehen war, dass der Donnerstag und Samstag Ruhetage ähnlich wie Sonn- oder Feiertage sein sollten. Am Gründonnerstag sollte das gesamte wirtschaftliche Leben ruhen, am Karsamstag lediglich der Lebensmittelhandel im engeren Sinn öffnen können.
Stimmen aus Sachsen und Brandenburg zur Kehrtwende der Kanzlerin:
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) zeigte sich erleichtert, dass die Maßnahmen zur Osterruhe aufgehoben wurden. Allerdings sah er am Mittwoch auch wachsendes Unverständnis in der Bevölkerung: „Meine große Sorge ist, dass wir bei der schlechten Stimmung, die es in diesem Land gibt, selbst die Wohlwollenden verlieren.“Roland Ermer, Präsident des Sächsischen Handwerkstages: Die Entscheidung sei nicht nur übereilt und völlig undurchdacht gewesen. „Sie hätte diesem Land in dieser komplizierten Situation letztlich mehr Schaden als Nutzen zugefügt.“ Dass die Bundeskanzlerin Verantwortung übernommen habe, verdiene Respekt.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich nach der gekippten Osterruhe wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei den Bürgern entschuldigt. „Zur Wahrheit gehört: Wir haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen und wir stehen damit auch für diese Entscheidung gemeinsam in der Verantwortung vor den Bürgern unseres Landes. Deshalb muss auch ich, die Menschen im Land für diese falsche Entscheidung um Verzeihung bitten.“