Kreistag Görlitz bestätigt Unterbringungskonzept für Asylbewerber
Der Kreistag Görlitz hat gestern Abend das Unterbringungskonzept für Asylbewerber mehrheitlich (37 Ja 20 Nein, 4 Enthaltungen) angenommen. Der Landkreis stellt sich dauerhaft auf bis zu 2.500 Flüchtlinge ein. Standorte für zwei neue Heime mit jeweils bis zu 250 Plätzen sollen gefunden werden – das eine im Norden, das andere in der Stadt Görlitz.
In einer Konzeption wird ein Heim pro Planungsraum vorgeschlagen. Die Diskussion zu möglichen Standorten soll gemeinsam mit den Bürgermeistern geführt werden. „Auch ein Neubau ist nicht ausgeschlossen“, so Beigeordneter Thomas Gampe.
Weiter betrieben werden sollen die beiden Heime in Löbau, die Gemeinschaftsunterkünfte an der Chopin- und der Sachsenstraße in Zittau. Dagegen soll das Heim am Portsmouther Weg künftig nicht weitergeführt werden.Ein Zeitpunkt der Aufgabe steht aber noch nicht fest. An den beiden kleinen Heimen in Niesky (knapp 100 Plätze und Friedersdorf (59 Plätze) wird festgehalten. Die seit dem Frühjahr wieder aktivierte Gemeinschaftsunterkunft in Boxberg soll maximal zwei Jahre betrieben werden. Im November nimmt der Landkreis ein Heim mit 60 Plätzen am Görlitzer Flugplatz in Betrieb. Das Gebäude dort wird auch nur vorübergehend als Bleibe genutzt.
Noch nicht das letzte Wort ist zur Nutzung eines ehemaligen Lehrlingswohnheims in Hischfelde gesprochen. Die Bauaufsichtsgenehmigung liegt inzwischen vor. In Ebersbach-Neugersdorf könnte das ehemalige Hotel „Felsenmühle“ Zuflucht für bis zu 150 Geflüchtete bieten. Der Eigentümer hat sich angeboten, das Quartier herzurichten. Das Baugenehmigungsverfahren läuft. Der Ausgang ist offen.
Der Landkreis bleibt zugleich bei seiner Doppelstrategie, also der Unterbringung von Flüchtlingen in Heimen und in Wohnungen. Die Hälfte der rund 1.800 Asylbewerber ist dezentral untergebracht. Weitere Wohnungen werden gesucht, vor allem in den Regionen Niesky und Weißwasser.
Die Asyl-Konzeption der Kreisverwaltung enthält Kriterien für die Unterbringung, z.B. die Nähe zu Bus und Bahn und Einkaufsmöglichkeiten. Wohnungen sollen den Standard haben wie die Heime, also nicht mehr als zehn Quadratmeter pro Flüchtling. „Bett, Tisch, Stuhl und Waschmaschine“, so Gampe.