• Foto: Tele-Lausitz (Danilo Dittrich)

  • Kretschmer besuchte heute Förstgen. Überlebt haben nur 80 Schafe und Ziegen. Sie befinden sich jetzt im Stall. Foto: kmk

Kretschmer fordert rasche Lösung nach Wolfsangriff bei Niesky

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat erneut eine vernünftige Regelung im Umgang mit dem Wolf verlangt. Er forderte das Bundesumweltministerium auf, endlich zu handeln. Zugleich kündigte Kretschmer an, dass Sachsen gemeinsam mit Brandenburg und Niedersachsen im Bundesrat dafür sorgen wollen, das europäisches in deutsches Recht umgesetzt wird. Der Wolfsriss Anfang dieser Woche in Förstgen bei Niesky sei ein sehr drastischer Fall, sagte der Ministerpräsident heute Vormittag bei einem Vor-Ort-Besuch.

"Es geht überhaupt nicht darum, alle Wölfe abzuschießen. Es geht darum, dass wir Menschen und Tieere schützen können, dass wir das intelligente Tier, den Wolf, dazu bringen, dass er versteht, dass er nicht in die Nähe von Wohnsieldungen und Schafen kommen darf. Wölfe müssen in diesem Fall vergrämt werden. Dazu muss man wissen, wo sich die Wölfe aufhalten." Kretschmer schlug vor, die Wölfe mit Sendern auszustatten. Er sprach sich außerdem für schnelle und unbürokratische Entschädigungsregelungen für Schäfer und andere Nutztierhalter aus.

Nach dem Wolfsriss Anfang dieser Woche in Förstgen bei Niesky wurden  über 40 tote Schafe und Ziegen   der rund 150 Tiere umfassenden Herde gefunden. 28 werden noch vermisst. Es wird davon ausgegangen, dass auch sie von Wölfen getötet wurden. 

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Reporter Knut-Michael Kunoth

Ministerpräsident Michael Kretschmer vor drei Monaten in einer Diskussionsrunde mit Nutztierhaltern und Jägern