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Kühlfächer für Corona-Tote im Kreis Bautzen werden knapp

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Es hört nicht auf. Es wird noch schlimmer. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Oberlausitz gehen durch die Decke. Aus dem Kreis Görlitz werden heute 467 neue Fälle gemeldet, aus dem Nachbarkreis Bautzen 416. Der Sieben-Tage-Wert bezogen auf 100.000 Einwohner  (Inzidenzwert) liegt nun in Görlitz bei 701 und in Bautzen bei 681.

Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken arbeiten seit Wochen am Limit. Immer mehr fallen aus. Sie befinden sich in Quarantäne oder sind selbst erkrankt. So kommt ein verzweifelter Hilferuf aus den Krankenhäusern in Zittau und Ebersbach-Neugersdorf. Dort stehen 100 Betten für Corona-Patienten zur Verfügung. Sie sind in Spitzenzeiten zu 85 Prozent belegt. Wegen der Personalausfälle sei die Kapazitätsgrenze inzwischen deutlich unter 100 gesunken. Auch die intensivmedizinische Betreuung stoße an die Grenze des Leistbaren, so die Klinikleitung.

Heute wurden acht Covid-19-Patienten aus dem Kreis Görlitz nach Leipzig, Sachsen-Anhalt und Brandenburg verlegt. Das werde so weitergehen, befürchtet Landrat Bernd Lange. „Die Lage ist sehr ernst.“ Lange appellierte noch einmal an die Bewohner, sich strikt an die Regeln zu halten.

Unterdessen gibt es im Landkreis Bautzen ein neues Problem. Die Kühlfächer für die Corona-Toten werden knapp. „In zwei Kliniken reichen sie nicht mehr aus“, so Vize-Landrat Udo Witschas. Die Kreisverwaltung hat Hilfe angeboten - logistische Unterstützung. Es sollen weitere Kühlmöglichkeiten vor Ort geschaffen werden.

Die Lage scheint aus dem Ruder zu laufen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Gesundheitsministerin Petra Köpping und der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen Klaus Heckemann wollen sich morgen mit einem gemeinsamen Appell an die niedergelassenen Ärzte im Freistaat richten.

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