++ EIL ++

Land unter in der Lausitz

Zuletzt aktualisiert:

Sintflut­ar­tige Gewit­ter­schauer haben gestern Abend zeitweise für Chaos in fast überall in der Lausitz gesorgt. Straßen und Bahnun­ter­füh­rungen wurden geflutet. Keller liefen voll. Sogar Wohnungen standen unter Wasser, z.B. in Hasel­bachtal, Großröhrs­dorf und in Rothen­burg. Einige Straßen mussten gesperrt werden, u.a. die B 98 in Putzkau. Dort fiel ein Baum auf eine Strom­lei­tung. Zwischen 150 und 200 Notrufe gingen bis Mitter­nacht im Führungs- und Lagezen­trum der Polizei­di­rek­tion Oberlau­sitz-Nieder­schle­sien in Görlitz ein.

Eine Autofah­rerin musste in der Nacht schwer verletzt ins Kranken­haus gebracht werden. Sie war wegen Aquapla­ning von der B6 zwischen Löbau und Reichen­bach abgekommen und hatte sich mehrere Male überschlagen.

Vor allem in der Region Kamenz und im Rödertal wütete das Unwetter. Kleine Flüsse traten über die Ufer, so z.B. die Hasel­bach in Gersdorf bei Kamenz. Dort drückten schwarze Schlam­massen in einen Schul­hort. Im benach­barten Möhrs­dorf ging ein Wolken­bruch nieder, den selbst ältere Bewohner noch nicht erlebt hatten. Ein Feuer­wehr­mann: „Es ist schlimmer als beim letzten Hochwas­ser“. Land unter auch im Rödertal, vor allem in Großröhrs­dorf hieß es für Feuer­wehr­leute und Einwohner: Gummi­stiefel anziehen und Keller auspumpen. Sowohl in Hasel­bachtal als auch im Rödertal wurden laut Landrats­amts­spre­cher Gernot Schweitzer rund 150 Einsätze gefahren.

Das Umspann­werk in Kamenz drohte von Wasser­massen, die von den Feldern strömten, überflutet zu werden. Kräfte von Feuer­wehr und THW stapelten eilig Sandsäcke. Glück im Unglück für eine Busfah­rerin in Kamenz: In ihr Fahrzeug schlug ein Blitz ein. Daraufhin streikte die Technik. Die Busfah­rerin blieb unver­letzt. Störungen durch die schweren Gewitter auch in Mobil­funk-Netzen in der Oberlau­sitz. So hatten z.B. D-2-Kunden in Görlitz kurzzeitig keinen Empfang. Andere Netze waren zeitweise überlastet. Die Theater­sommer-Premiere auf der Orten­burg in Bautzen wurde kurz nach der ersten Pause abgebro­chen. Inten­dant Lutz Hillman bat um Verständnis. Er forderte die Gäste auf, die Zuschauer-Traverse rasch zu verlassen.

Die Unwet­ter­lage im Kreis Bautzen spitzte sich im Verlauf des Abends so zu, dass ein Einsatz­stab gebildet wurde. Er entschied jedoch, dass vorerst kein Katastro­phen­alarm ausge­rufen wird. Es werde die Wetter­lage aber weiter beobachtet, sagte in der Nacht Landrats­amts­spre­cher Gernot Schweitzer unserem Sender. 

Wo hat das Unwetter noch gewütet? Posten Sie oder schicken Sie uns eine Mail!

  

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Inter­view mit dem Sprecher des Landrats­amtes Bautzen, Gernot Schweitzer